Informationssysteme

Aktuelle Forschungsarbeiten im Bereich

Als Grundlage für systematische Entwicklungen im Bereich Energieinformationssysteme wird ein Referenzmodell für den dezentralisierten liberalisierten Energiebereich geschaffen, das die Akteure im Energiemarkt und ihre Beziehungen untereinander identifiziert und formalisiert.

Zum Management eines dezentralisierten Stromnetzes werden sog. Dezentrale Energiemanagementsysteme (DEMS) benötigt. Hierfür wird eine DEMS-Systemarchitektur auf Basis moderner Konzepte und Technologien wie Serviceorientierter Architekturen und WebServices entwickelt, die die für das Management benötigten Prozesse integriert.

Die Prozesse innerhalb des DEMS kommunizieren dabei mit unterschiedlichsten Systemen und behandeln Daten von der Ermittelung der Spotmarktpreise an der Strombörse über Netzprognosen, bis zur Steuerung dezentraler Erzeuger. Um den Datenaustausch zwischen den DEMS-Prozessen zu ermöglichen, wird ein gemeinsames Datenmodell für den Energiesektor entwickelt, das Transformationen der Daten, die in unterschiedlichen Standards vorliegen, erlaubt. Das Datenmodell setzt dabei auf das Common Information Model (CIM) auf - ein Standard der Akteure/Objekte und Datenformate im Energiebereich einheitlich modelliert. Dabei wird aktiv an der Weiterentwicklung des CIM mitgearbeitet.

In den DEMS-Prozessen fallen in Realzeit sehr viele Daten an. Um gute (und zum Teil sicherheitsrelevante) Entscheidungen auf Grundlage dieser Daten fällen zu können, ist es wichtig eine hohe Datenqualität zu gewährleisten. Daher wird zur Erhöhung der Datenqualität an Verfahren zum semantischen Datenqualitätsmanagement mit Hilfe von Ontologien gearbeitet, die es ermöglichen nicht nur syntaktische, sondern auch inhaltliche Fehler in falschen/unvollständigen Daten zu erkennen und eventuell zu korrigieren.

Ein zentraler Bestandteil eines DEMS ist die Optimierung von Erzeugung und Verbrauch nach unterschiedlichen Gesichtspunkten wie Kosten oder Netzsicherheit. Deshalb wird zu geeigneten Planungsprozessen und -algorithmen geforscht, die sich an Verfahren aus betriebswirtschaftlichen Systemen zur Produktionsplanungs- und steuerung orientieren. Für die Planung werden möglichst gute Prognosen beispielsweise des Erzeugerverhaltens benötigt. U.a. dafür können Simulationsmodelle der Erzeuger genutzt werden, wie sie in einem Projekt zur Simulation von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erforscht werden.


Bei der Überwachung von offshore Windparks und anderer dezentraler Energieerzeuger entstehen - wie in vielen anderen Anwendungsgebieten auch - große Datenströme, die kontinuierlich und möglichst in Echtzeit analysiert werden müssen. Traditionelle Datenbankmanagementsysteme sind zur Verarbeitung solcher Datenströme ungeeignet. Daher wird an einer datenstrombasierten Verarbeitung solcher Daten geforscht.

Aktuelle Forschungsarbeiten zu weiteren Themenfeldern

EUSTEL: Es wird erforscht, wie Ontologiekonzepte zur Repräsentation von Ausbildungsgängen und ihren Regelungen (insbesondere Hochschulstudiengänge und ihre Prüfungs- bzw. Studienordnungen) verwendet werden können, um auf deren Basis z. B. im Bereich des Technology Enhanced Learning Entscheidungsunterstützungssysteme entwickeln zu können.

Abgeschlossene Projekte