Universität Oldenburg
Fachbereich Informatik
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erschienen in: KI 2/97, Das aktuelle Schlagwort, Scientec, 1997
In der Ablaufplanung werden Probleme der zeitlichen Zuordnung von Aktivitäten zu limitierten Ressourcen betrachtet, wobei unterschiedliche Nebenbedingungen (Hard/ Soft Constraints) zu berücksichtigen sind und bestimmte Ziele erreicht bzw. optimiert werden sollen. Ablaufplanung unterscheidet sich vor allem durch den konkreten Zeitbezug vom anderen wichtigen Planungsbereich, der Aktionsplanung (planning), siehe KI-Lexikon 1/90.
Ablaufplanungsprobleme treten in unterschiedlichen Anwendungsgebieten auf, so z.B. in der betrieblichen Produktion, bei Software-Projekten, der Bettenbelegung eines Krankenhauses oder bei Betriebsmitteln in Rechnersystemen. Die Produktionsablaufplanung ist ein wichtiges und intensiv untersuchtes Anwendungsgebiet. Man hat hier:
Gesucht wird ein Ablaufplan (eine terminliche Zuordnung der einzelnen Aktionen zu Ressourcen), der die gegebenen Nebenbedingungen und Zielsetzungen erfüllt.
Charakteristisch für die Ablaufplanung sind ein dynamischer Problembereich, ein kombinatorisch großer Suchraum und unsicheres Wissen. Die Komplexität ergibt sich aus der Fülle möglicher Alternativen für Ablaufpläne und der Synchronisation einer Vielzahl von Aktivitäten, Bedingungen und Zielvorgaben. Unsicheres Wissen ergibt sich u.a. aus geschätzten Werten für Ausführungszeiten und ungenauen Vorgaben aus übergeordneten Planungssystemen. Die Dynamik des Problembereichs resultiert aus Ereignissen und Störungen, die ständig neue Planungssituationen schaffen.
Zur Lösung von Ablaufplanungsproblemen werden zwei Aufgabenkomplexe unterschieden. Bei der prädiktiven Ablaufplanung wird der Plan vorausschauend für einen bestimmten Zeitabschnitt unter Annahme einer statischen Planungsumgebung erstellt. In der reaktiven Ablaufplanung steht die Anpassung des Plans an neue Situationen im Mittelpunkt, wobei möglichst viel vom bestehenden Plan erhalten bleiben soll.
Im Bereich des Operations Research werden bereits seit Anfang der 50er Jahre Ablaufplanungsprobleme untersucht, wobei der Schwerpunkt auf die Optimierung einzelner Zielfunktionen gelegt wird. Da bereits einfache Problemstellungen NP-hart sind, werden hier i.allg. idealisierte Probleme (z.B. Flow-Shop- oder Job-Shop-Scheduling) betrachtet, die Komplexitätsbetrachtungen erlauben und der Suche nach geeigneten Heuristiken dienen. In realen Produktionsumgebungen sind die Ergebnisse nur schwer oder nur für spezielle Anwendungsgebiete nutzbar, hier dominieren noch einfache Verfahren wie Netzplantechnik oder Prioritätsregeln.
Seit Anfang der 80er Jahre werden Methoden der KI eingesetzt, um die Lösung praktischer Ablaufplanungsprobleme vor allem durch neue Modellierungs- und Problemlösungstechniken zu unterstützen. In der Modellierung werden Frame-basierte, regelbasierte und vor allem Constraint-basierte Ansätze eingesetzt. Sie erlauben u.a. die explizite Darstellung und Verarbeitung von anwendungsspezifischem Problemlösungswissen. Zur Generierung oder Anpassung von Ablaufplänen werden verwendet:
Aus dem Bereich der KI stammende Ansätze für Ablaufplanungssysteme wurden bisher meist als wissensbasierte Systeme präsentiert. Erste Ansätze haben große Beachtung gefunden, sind aber nicht aus dem Stadium von Prototypen herausgekommen. Ein Kritikpunkt ist die häufig fehlende Möglichkeit der interaktiven Steuerung des Planungsprozesses durch manuelle Vorgaben oder Änderungen des Benutzers, was für die Aktzeptanz und Anwendbarkeit besonders wichtig erscheint.
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