WYSIWYG-Prinzip Das WYSIWYG-Prinzip (,,what you see is what you get``) ist ein Designprinzip für die Gestaltung von Benutzerschnittstellen von Computerapplikationen [Bö86]. Ein Aspekt des WYSIWYG-Prinzips ist, daß auf dem Bildschirm der gesamte für den Benutzer relevante Zustand des Rechners repräsentiert wird. Ein anderer Aspekt ist der, daß Resultate von Benutzeraktionen unmittelbar angezeigt werden, d.h. jede Aktion wird direkt vom System interpretiert. Das WYSIWYG-Prinzip steht damit in gewisser Weise mit der Interaktionsform der Direkten Manipulation in Verbindung. Teilweise wird das WYSIWYG-Prinzip auch als das Prinzip des ,,Sehens-und-Zeigens`` bezeichnet, im Unterschied zum Prinzip des ,,Erinnern-und-Tippens``, das Kommandosprachen zugrundeliegt. Das WYSIWYG-Prinzip wird insbesondere im Zusammenhang mit Textverarbeitungssystemen benutzt. Ein Beispiel ist der Text-Editor MS-Word. Dem gegenüber steht das Textverarbeitungssystem TeX, ein kommando-orientiertes System. Auch Graphik-Editoren, wie Mac Draw auf dem Apple Macintosh, arbeiten im allgemeinen nach dem WYSIWYG-Prinzip. Sie haben Plotter-Systeme, bei denen Graphiken über bestimmte textuelle Plot-Befehle erstellt werden, fast vollständig abgelöst. Vorteile bieten WYSIWYG-Editoren insbesondere für Anfänger und Computer-Laien, da keine konventionelle Programmierung erforderlich ist. Die Programmierung erfolgt ausschließlich mit graphischen Hilfsmittel und modernen Interaktionsformen, wie Menüs oder Dialogboxen, wodurch das WYSIWYG-Prinzip in das Gebiet der visuellen Programmierung eingeordnet werden kann. Charakteristiken und Vorteile, aber auch Schwierigkeiten und Probleme des Prinzips werden in [Thi83] diskutiert.