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Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Modells, das eine Grundlage
zur Integration von Interaktionen in Autorenwerkzeuge bildet.
Autoren sollen Mechanismen
zur Verfügung gestellt werden, die eine graphisch-interaktive Einbindung
von Interaktionsobjekten, wie Buttons, Menüs oder Schieberegler,
in multimediale Präsentationsanwendungen ermöglichen.
Es lassen sich drei Aufgabenschwerpunkte
voneinander abgrenzen:
Anforderungsanalyse
Der eigentlichen Entwicklung des Modells soll eine ausführliche
Anforderungsanalyse vorausgehen. Dabei sind im einzelnen folgende
Teilaufgaben zu erfüllen:
- Anforderungen an Autorenwerkzeuge
Die charakteristischen Merkmale multimedialer Präsentationsanwendungen
sowie Merkmale ihres Entwicklungsprozesses
sollen herausgearbeitet und daraus Anforderungen an Autorenwerkzeuge abgeleitet
werden. - Interaktionen
Aufbauend auf einem Überblick über hard- und softwaremäßige Möglichkeiten
zur Mensch-Maschine-Kommunikation
soll eine Klassifikation von Interaktionen in multimedialen
Präsentationen
bezüglich der Ziele, die ein Benutzer mit einer Interaktion
verfolgt, erstellt werden. - Visuelle Programmierung
Die Benutzerschnittstelle von Autorenwerkzeugen basiert auf Prinzipien der
visuellen Programmierung. Probleme und Grenzen der visuellen Programmierung
von Interaktionen sollen analysiert und diskutiert werden. - Vergleich
Existierende Autorenwerkzeuge sollen verglichen und insbesondere im Hinblick
auf die Unterstützung der visuellen Modellierung von Interaktionen
untersucht werden.
Modellbildung
Auf der Grundlage der Anforderungsanalyse soll ein Modell
zur Beschreibung und Modellierung interaktiver multimedialer
Präsentationsanwendungen entwickelt werden.
Das Modell soll eine Basis für die Implementierung konkreter Autorenwerkzeuge
bilden.
Im einzelnen sind folgende
Anforderungen zu beachten:
- Visuelle Modellierung von Interaktionen
Das Modell soll eine Kopplung
von Interaktionsobjekten, wie Buttons oder Schieberegler, mit anderen
Medienobjekten ermöglichen, um damit Interaktionsauswirkungen,
wie den Start eines Videos aufgrund des Anklickens eines Buttons oder
die Regulierung der Lautstärke eines Audios mit Hilfe eines
Schiebereglers, beschreiben zu können. Diese Modellierung soll mit Hilfe
von Mechanismen der visuellen Programmierung realisierbar sein. - Erweiterbarkeit
Das Modell soll die Erweiterbarkeit von darauf aufbauenden
Autorenwerkzeugen um neue
benutzerdefinierte und anwendungsspezifische Interaktionsobjekte
gewährleisten. - Ausführung
Das Modell soll Konzepte zur interpretativen Ausführung einer
Präsentationsanwendung sowie zur Erzeugung von
Stand-Alone-Anwendungen mit Hilfe eines auf dem Modell aufbauenden
Autorenwerkzeugs berücksichtigen. - Persistenz
Das Modell soll das Speichern und Laden von
Interaktionsobjekten und -auswirkungen in einem konkreten Autorenwerkzeug
unterstützen.
An dieser Stelle soll bereits darauf hingewiesen werden, daß das in dieser
Arbeit
entwickelte Modell, das sogenannte IMRA-Modell, wesentlich
mächtiger ist, als ausschließlich diese Anforderungen zu erfüllen.
Das IMRA-Modell
(Inter-Media-Relationships via Attributes)
besteht aus einem Formalismus sowie einer graphischen Notation,
mit deren Hilfe allgemeine Beziehungen zwischen Medienobjekten
beliebigen Typs
beschrieben bzw. modelliert werden können.
Interaktionsobjekte werden im IMRA-Modell als Spezialfälle allgemeiner
Medienobjekte und Interaktionsauswirkungen als Spezialfälle allgemeiner
Beziehungen betrachtet, wodurch Interaktionen sich harmonisch in das
Gesamtbild einer multimedialen Präsentationsanwendung einbetten
lassen.
Implementierung
FMAD [AG93] ist ein Autorenwerkzeug,
das bereits vor Beginn dieser Arbeit existierte. Der Einbau von Interaktionen
in multimediale Präsentationsanwendungen mit Hilfe von FMAD war zwar
geplant, allerdings ermöglichte FMAD im
Implementierungszustand
vor Beginn dieser
Arbeit lediglich die Entwicklung nicht-interaktiver multimedialer
Präsentationsanwendungen. Ursprüngliches Thema dieser Arbeit
war die Integration von Interaktionen in dieses Werkzeug, also seine
Erweiterung zu einem Entwicklungswerkzeug für interaktive
multimediale Präsentationsanwendungen. Die bisherigen Konzepte
von FMAD ließen aber eine ,,harmonische`` Integration nicht zu.
Aus diesem Grund wurde die ursprüngliche Zielsetzung im Laufe der
Arbeit revidiert:
- Reimplementierung von FMAD
Das Autorenwerkzeug FMAD soll auf der Grundlage des IMRA-Modells
reimplementiert werden. - Dokumentation
Die Umsetzung des IMRA-Modells in eine konkrete
Implementierung soll dokumentiert werden. - Bewertung
Das IMRA-Modell sowie das Autorenwerkzeug FMAD sollen bewertet und mit anderen
Ansätzen verglichen werden.
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Dietrich Boles
Thu Nov 14 14:58:01 MET 1996