Ein bildschirmbasiertes Hypertext-Dokument,
wie zum Beispiel ein HyperCard-Stack, besteht aus der Sicht eines Benutzers
aus einer Menge von Textseiten
bzw. -karten,
auf denen bestimmte Wörter klicksensitiv
sind. Das heißt, drückt ein Benutzer eine Maustaste, wenn sich der
Mauscursor über einem klicksensitiven Wort befindet, erscheint eine
weitere Seite auf dem Bildschirm, auf der der Begriff beispielsweise
näher erläutert wird. Andere Benutzerinteraktionen bewirken unter
Umständen ein Vor- oder Zurückblättern oder andere Formen
des Browsens durch den Text. Wie bereits
in Kapitel 2.4.3 erwähnt,
stellt der Hypergraph, d.h. die Beziehungsstruktur zwischen den
einzelnen Textseiten, einen Spezialfall eines multimedialen
Beziehungsnetzwerks dar. Im Prinzip läßt sich im IMRA-Modell jede Seite
als ein komplexes Medienobjekt modellieren, das aus einem Textobjekt und
einer Menge von über einzelnen Wörtern liegenden Hotspots sowie
weiteren (Navigations-)Interaktionsobjekten zum Browsen gebildet wird.
Mit Hilfe von Attributen bzw. mehreren Ende-Ports läßt sich das komplexe
Objekt mit anderen Objekten in Beziehung setzen, wie in Abbildung
6.24(a) demonstriert wird.
Abbildung 6.24: Hypertext-Dokumente
Abbildung 6.24(b) zeigt, daß Hypergraphen im allgemeinen durch Navigationsprogramme beschrieben werden können, deren Komponentenobjekte die interaktiven Textseiten repräsentieren. Die Beziehungen kennzeichnen die Hyperlinks zwischen den Seiten. Sie werden im allgemeinen durch Navigationsinteraktionen ausgelöst. In klassischen Hypertext-Dokumenten werden die Attribut-Ports der Medienobjekte selten benötigt.