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Visuelle Programmierung von Beziehungen

Die MR-Diagramme bilden die Grundlage für eine visuelle Programmierung von interaktiven multimedialen Präsentationsanwendungen. Hierzu müssen durch ein IMRA-Autorenwerkzeug spezielle Editoren zur Verfügung gestellt werden, mit denen eine graphisch-interaktive Spezifikation von MR-Diagrammen möglich ist. Beziehungen im IMRA-Modell stellen beschriftete Kanten zwischen zwei Ports dar, die visuell beispielsweise derart programmiert werden könnten, daß zuerst mit Hilfe der Maus der Bedingungsport und anschließend der Aktionsport angeklickt werden, woraufhin eine Kante erscheint, an die dann der Beziehungsinhalt geschrieben wird. Das Problem hierbei ist, daß die Beschriftung in textueller Form erfolgen muß, was einer Programmierung in einer konventionellen Programmiersprache sehr nahe kommt. Da die Beziehungen jedoch von Autoren, also im allgemeinen Nicht-Programmierern, definiert werden, stellt die Bereitstellung von Mechanismen, die eine anwendungsorientierte visuelle Programmierung von Beziehungsinhalten ermöglichen, ein anzustrebendes Ziel dar. Allerdings sind die Ereignis-Bedingung-Aktion-Beziehungen des IMRA-Modells prinzipiell verallgemeinerte nicht-lineare Constraints, für die, wie die Diskussion in Kapitel 4.2 gezeigt hat, kein allgemeingültiger Ansatz zur Erreichung dieses Ziels existiert. Revidiertes Ziel ist damit die Suche nach Spezialfällen, für die eine graphisch-interaktive Spezifikation realisierbar ist. Aus dieser Spezifikation sollte das System intern die textuelle Kantenbeschriftung generieren, die dann vom Autor in textueller Form noch geändert bzw. ergänzt werden kann.

Generell anzumerken ist, daß neben einer graphisch-interaktiven Spezifikation von Beziehungsinhalten einem Autor nie die Möglichkeit der textuellen Definition vorenthalten werden sollte. Durch häufige Benutzung des Autorenwerkzeugs erlernen im allgemeinen auch Nicht-Programmierer den Umgang mit den Formeln und bevorzugen im Laufe der Zeit eine textuelle Spezifikation, da diese oft schneller durchführbar ist als eine graphische. Letztere dient damit quasi nur als Einstiegshilfe für Anfänger und Gelegenheitsbenutzer beim Umgang mit dem Autorenwerkzeug.





Dietrich Boles
Thu Nov 14 14:58:01 MET 1996