Interaktionsbeziehungen sind definitionsgemäß Beziehungen, die von einem Interaktionsobjekt ausgehen und die Auswirkungen kennzeichnen, die eine Benutzerinteraktion über dieses Objekt zur Folge hat. Die Bedingung einer Interaktionsbeziehung soll im folgenden als Interaktionsbedingung,Interaktionsbedingung die Aktion als Interaktionsaktion bezeichnet werden.Interaktionsaktion Bei der Definition einer Interaktionsbeziehung muß ein Autor folgende Teilaufgaben erfüllen:
Im folgenden wird nun ein Ansatz erläutert, wie die einzelnen Teilaufgaben mittels einer graphisch-interaktiven Spezifikation seitens eines Autors erledigt werden können. Dabei soll davon ausgegangen werden, daß das Autorenwerkzeug einen geeigneten Editor für die Strukturierungsphase zur Verfügung stellt, der auf den MR-Diagrammen aufbaut. Das Vorgehen basiert dabei auf dem Prinzip des Programmierens-durch-Demonstration. Dazu werden zwei Modi unterschieden, in denen sich ein Interaktionsobjekt befinden kann. Der Demonstrationsmodus ist in der Strukturierungphase der Entwicklung einer multimedialen Präsentationsanwendung aktiv und bewirkt die Generierung einer Interaktionsbeziehung aufgrund einer entsprechenden Autoreninteraktion. Der Ausführmodus ist in der Test- und der Präsentationsphase aktiv und bewirkt die Triggerung der Interaktionsbeziehung aufgrund einer entsprechenden Benutzerinteraktion. In diesem Zusammenhang ist also der Demonstrationsmodus von Interesse. Grob kann der Spezifikationsvorgang folgendermaßen beschrieben werden:
Der Autor klickt mit Hilfe der Maus das Ikon an, das das Interaktionsobjekt repräsentiert, von dem die Interaktionsbeziehung ausgehen soll. Daraufhin wird der Demonstrationsmodus des Interaktionsobjektes aktiviert, d.h. das Objekt erkennt und verarbeitet Eingaben (genauer gesagt Autoreingaben) genauso, wie auch im Ausführmodus. Handelt es sich bei dem Interaktionsobjekt um ein visuelles Medienobjekt, wird sein Erscheinungsbild auf dem Bildschirm angezeigt. Der Autor kann nun auf dieselbe Art und Weise wie später der Benutzer Eingaben vornehmen. Aufgrund dieser Eingaben wird die Interaktionsbedingung generiert. Danach klickt der Autor mit Hilfe der Maus einen Port an, der als Aktionsport dienen soll. Ist der Aktionsport ein Start- oder Ende-Port (Navigationsinteraktion) ist die ,,Demonstration`` beendet. Ist der Port ein Attribut-Port (Gestaltungsinteraktion) muß noch die Aktion angegeben werden. Da diese (wie die Beispiele in den Abbildungen dieses Kapitels zeigen) häufig aus der Zuweisung des Wertes des Interaktionsattributs an ein Attribut des Aktionsobjektes besteht, werden die Attribute des Aktionsobjektes in einem Menü angezeigt, woraufhin der Autor das entsprechende Attribut mittels eines Mausklicks auswählt. Daraufhin wird die Zuweisung generiert. Als visuelles Feedback wird eine Kante vom Attribut-Port des Interaktionsobjektes zum ausgewählten Aktionsport gezeichnet und der Beziehungsinhalt an die Kante geschrieben. Änderungen bzw. Ergänzungen können anschließend noch in textueller Form vorgenommen werden.
Die Generierung der Interaktionsbedingung läßt sich für die gängigsten Interaktionsobjekte folgendermaßen charakterisieren:
Die graphisch-interaktive Programmierung einer Navigationsinteraktion mit Hilfe eines Menüs wird in Abbildung 6.25 demonstriert. Abbildung 6.26 verdeutlicht das Vorgehen im Falle einer Gestaltungsinteraktion, bei der ein Schieberegler als Interaktionsobjekt eingesetzt wird.
Abbildung 6.25: Visuelle Programmierung einer
Navigationsinteraktion
Abbildung 6.26: Visuelle Programmierung einer
Gestaltungsinteraktion