In diesem Artikel wurden zunächst die objektorientierte Softwareentwicklung vorgestellt und die derzeitige Situation der Multimedia-Softwareentwicklung analysiert. Anschließend wurde exemplarisch unser Ansatz für ein objektorientiertes Multimedia-Authoring demonstriert. Unsere bisherigen Erfahrungen mit dem Ansatz haben uns dabei gezeigt, daß eine evolutionäre, objektorientierte Vorgehensweise bei der Entwicklung multimedialer Anwendungen durchaus Vorteile mit sich bringt. Insbesondere die von uns vorgeschlagene Umsetzung eines UML-Modells in eine Director-Anwendung ist positiv zu bewerten, da sowohl die Vorteile der visuellen als auch der objektorientierten Programmierung voll zur Geltung kommen.
Nichtsdestotrotz stehen wir bei unserem Ansatz noch am Anfang. Insbesondere die Berücksichtigung erlaubter bzw. nicht-erwünschter Fehlerzustände, in die ein Benutzer durch seine Aktionen im virtuellen Labor gelangen kann, bereiten uns teilweise noch Probleme. Des weiteren müssen wir, um zu einem allgemeingültigen Ansatz zu gelangen, noch weitere praktische Erfahrungen sammeln. Daher werden zur Zeit im Rahmen studentischer Arbeiten weitere reale Labore (Hardware-, Chemie- und Multimedia-Labore) mit Hilfe der UML modelliert. Mit diesen Aktivitäten gehen zusätzliche Ziele einher, nämlich die Definition eines generellen abstrakten virtuellen Labors und darauf aufbauend die Identifikation bzw. Entwicklung von Entwurfsmustern, generischen wiederverwendbaren Komponenten und speziellen Werkzeugen zur Realisierung virtueller Labore und Praktika.