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Der Zusammenhang, in dem die einzelnen Informationseinheiten einer
multimedialen Präsentationsanwendung präsentiert
werden, läßt sich über Beziehungen zwischen den Medienobjekten
modellieren.
Beziehungen können dadurch charakterisiert werden, daß
ein bestimmtes auslösendes
Ereignis (Auslöser) eine bestimmte Aktion (Auswirkung) impliziert.
Im multimedialen Beziehungsnetzwerk repräsentieren die Kanten diese
Beziehungen. Die Semantik der Kanten ist allerdings nicht einheitlich.
Je nach Typ des Auslösers und der Auswirkung lassen sich verschiedene
Beziehungstypen unterscheiden:
- Zeitliche Beziehungen
Zeitliche Beziehungen (siehe auch [BHL91])
sind Beziehungen mit einem zeitlichen Auslöser und einer
zeitlichen Auswirkung, mit deren Hilfe die zeitliche Abfolge definiert wird,
in der die einzelnen Medienobjekte einem Benutzer präsentiert werden sollen.
Der Start eines Medienobjektes (Auswirkung) aufgrund des Endes eines anderen
Medienobjektes (Auslöser) charakterisiert
beispielsweise eine Sequenz-Beziehung.
- Gestalterische Beziehungen
Sowohl Auslöser als auch Auswirkungen gestalterischer Beziehungen sind
gestalterische Veränderungen von Medienobjekten,
wie ihre Position auf dem Bildschirm und Größe, aber auch Farbgebung,
Präsentationsgeschwindigkeit oder Lautstärke.
Eine Teilmenge der gestalterischen Beziehungen bilden geometrische
Constraints, also räumliche Beziehungen zwischen Medienobjekten.
- Gemischte Beziehungen
Gemischte Beziehungen sind dadurch gekennzeichnet, daß sich der
Typ des Auslösers vom Typ der Auswirkung unterscheidet. So ist die Änderung
der Lautstärke eines Musikstücks aufgrund des Starts eines Videos ein
Beispiel für eine zeitlich-gestalterische Beziehung und der Abbruch eines
Videos aufgrund der Änderung der Position eines Graphik-Objektes ein
Beispiel für eine gestalterisch-zeitliche Beziehung.
- Interaktionsbeziehungen
Interaktionsbeziehungen sind Beziehungen, die von Interaktionsobjekten
ausgehen. Sie kennzeichnen die (Interaktions-)Auswirkung,
die eine Benutzereingabe (Auslöser)
mit Hilfe dieses Objektes nach sich zieht. Diese Auswirkung kann sich in Form
einer zeitlichen oder gestalterischen Veränderung der Präsentation
bemerkbar machen. Interaktionsbeziehungen mit zeitlichen
Auswirkungen - wie beispielsweise der Start eines bestimmten Videos
aufgrund der Auswahl aus einem Menü - werden
Navigationsinteraktionen und Interaktionsbeziehungen mit
gestalterischen Auswirkungen - zum Beispiel das Regulieren der Lautstärke
eines Audios mit Hilfe eines Schiebereglers -
werden Gestaltungsinteraktionen genannt.
Dietrich Boles
Tue Aug 29 10:59:51 MET DST 1995