Hauptkomponenten des IMRA-Modells sind Medienobjekte und Beziehungen. Bei den Medienobjekten werden elementare und komplexe Medienobjekte unterschieden. Elementare Medienobjekte sind Instanzen eines bestimmten Medientyps. Komplexe Medienobjekte bestehen aus anderen Medienobjekten sowie Beziehungen zwischen diesen und dienen zur hierarchischen Strukturierung multimedialer Präsentationsanwendungen.
Der Zustand eines Medienobjektes wird aus der Sicht eines Autors durch die aktuellen Werte sogenannter Attribute des Objektes repräsentiert. Attribute bestehen dabei aus einem Bezeichner und sind von einem bestimmten Typs. Sie enthalten einen Wert dieses Typs. Alle Objekte (auch komplexe) besitzen ein spezielles Attribut mit dem Bezeichner activity, das Aktivitätsattribut, das den Aktivitätszustand eines Objektes repräsentiert. Es kann die Werte active und passive annehmen. Im ersten Fall spricht man von aktiven Objekten, im zweiten Fall von passiven Objekten.
Das IMRA-Modell ist im objektorientierten Sinne entworfen und um beliebige Medientypen erweiterbar. Dazu müssen lediglich die Attribute des neuen Medientyps definiert werden. Jedem Attribut kann dabei eine sogenannte Systemfunktion zugeordnet werden. Dabei handelt es sich im allgemeinen um eine Funktion eines zugrundeliegenden Laufzeit-Systems. Während mit Hilfe des IMRA-Modells selbst nur die Struktur und das Ablaufverhalten einer interaktiven multimedialen Präsentation beschrieben werden kann, stellen die Systemfunktionen Routinen zur Steuerung und Manipulation der tatsächlichen Präsentation dar. Den Aktivitätsattributen werden besondere Systemfunktionen, sogenannte Aktivitätsfunktionen, zugeordnet, die dadurch gekennzeichnet sind, daß sie nicht aufgerufen sondern gestartet werden und danach nebenläufig zu anderen Aktivitäten ablaufen. Beispiele für Aktivitätsfunktionen sind Ausgaberoutinen für Audio- und Videodaten. Beispiele für andere Systemfunktionen sind Funktionen zur Umpositionierung einer Graphik auf dem Bildschirm oder zur Änderung der Lautstärke eines Audio-Objektes.
Beziehungen zwischen Medienobjekten werden im IMRA-Modell auch
Inter-Media-Beziehungen genannt.
Als Grundlage der Beziehungsdefinition dienen die Attribute der Objekte.
Beziehungen stellen sogenannte Ereignis-Bedingung-Aktion-Trigger dar,
die aus einer Ereignismenge, einer Bedingung und einer Aktion bestehen.
Eine Bedingung wird gebildet aus einer logischen Verknüpfung von
Vergleichsrelationen über Werte bzw. Eigenschaften von Attributen, eine
Aktion ist eine Zuweisung eines Wertes an ein Attribut, und als Ereignis
gilt die Wertzuweisung an ein Attribut, das in der Bedingung vorkommt.
Das Eintreten eines Ereignisses der Ereignismenge löst die
Überprüfung der Bedingung aus. Falls die Überprüfung positiv ist,
wird die Aktion ausgeführt.
Außerdem wird die zum manipulierten
Attribut gehörende Systemfunktion aufgerufen.
Auch die Zuweisung eines Wertes an ein einer Systemfunktion
als Referenz-Parameter übergebenes Attribut innerhalb
der Funktion bewirkt eine Beziehungstriggerung.