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Konzeptioneller Aufbau von FMAD

Konzeptionell besteht FMAD aus mehreren Teilwerkzeugen, deren Beziehungen zueinander in Abbildung 5 verdeutlicht werden:

 
Abbildung 5:  Konzeptioneller Aufbau von FMAD

In FMAD selbst sind keine Werkzeuge zur Erzeugung von Informationsobjekten, wie Graphikeditoren oder Editoren zur Videobearbeitung, integriert. Stattdessen ermöglicht FMAD die Kopplung beliebiger externer Werkzeuge über eine spezielle Dateischnittstelle. Gegenüber der Philosophie vieler Autorensysteme, die eigene Werkzeuge mit oft minimaler Funktionalität bereitstellen, hat diese Entscheidung den Vorteil, daß hochspezialisierte und sehr mächtige Tools für die Erzeugung von Informationsobjekten genutzt werden können.

Mit Hilfe der sogenannten Objektmengeneditoren können Informationsobjektsammlungen (,,Multimedia-Datenbanken``) aufgebaut werden. In den Editoren werden die Informationsobjekte durch Ikonen repräsentiert. Objektmengeneditoren beinhalten bestimmte Filter- und Browsing-Werkzeuge zur Bearbeitung von Objektmengen.

Zur Definition von Beziehungen zwischen den Informationsobjekten kann ein Autor die Ikonen mit modernen Interaktionsformen, wie Drag-and-Drop-Mechanismen und anderen Prinzipien der Direkten Manipulation, in die Strukturierungseditoren verschieben. In diesen können dann mit Konzepten der visuellen Programmierung Beziehungen zwischen den Informationsobjekten definiert werden. Über die Strukturierungseditoren ist damit die Bildung komplexer Informationsobjekte möglich. Zusätzlich zur expliziten Definition von Beziehungen bietet FMAD Mechanismen zur automatischen Generierung von Beziehungen an. Beispielsweise lassen sich Interaktionsbeziehungengif nach dem Prinzip des Programmierens-durch-Demonstration [28] definieren: In einem speziellen Modus demonstriert der Autor direkt-manipulativ, welche Auswirkungen eine spezielle Benutzerinteraktion während der Anwendungsausführung haben soll. Anhand dieser Demonstration generiert FMAD automatisch die entsprechenden Beziehungen. Durch derartige Mechanismen wird die Notwendigkeit, Beziehungen in textueller C++-Notation definieren zu müssen, auf ein Minimum beschränkt.

Zur Festlegung der initialen Werte der Attribute der Objekte (als Alternative zur Definition expliziter Initialisierungsbeziehungen) stehen informationstypspezifische, graphisch-interaktive Attributeditoren und Interface-Builder zur Verfügung. Die entsprechenden Initialisierungsbeziehungen werden automatisch generiert.

Die Informationsobjekte und ihre Attribute sowie die Beziehungsgraphen, d.h. die komplexen Informationsobjekte, werden in FMAD in einer abstrakten Zwischenrepräsentation verwaltet. Diese kann gespeichert werden, wodurch sich persistente wiederverwendbare Informationsobjekte erzeugen lassen. Desweiteren kann die Zwischenrepräsentation in interpretierbare Objekthierarchien des XFantasy-UIMS transformiert werden, womit ein jederzeitiger Wechsel zwischen Entwicklungs- und Ausführmodus unterstützt wird. Weiterhin bietet FMAD die Möglichkeit, aus der Zwischenrepräsentation C++-Code zu generieren, der anschließend um Funktionalitäten ergänzt werden kann, die nicht direkt mit FMAD spezifizierbar sind. Durch Übersetzen des Codes lassen sich Stand-Alone-Applikationen erzeugen. Die Generierung von editierbarem Code bietet gegenüber der Integration einer Programmiersprache in ein Autorensystem Vorteile für ein schnelles Prototyping und eine Arbeitsteilung zwischen verschiedenartigen Spezialisten. Mit Hilfe von FMAD kann ein Nicht-Programmierer, beispielsweise ein Designer oder Werbefachmann, das grobe Layout und die grobe Funktionalität der zu entwicklenden Anwendung rein visuell festlegen und bereits inkrementell testen. Dieser Prototyp kann anschließend in Programmcode transformiert und von einem Programmier-Spezialisten um nicht visuell programmierbare Eigenschaften erweitert werden.



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Dietrich Boles
Tue Aug 29 15:13:37 MET DST 1995