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Dem Entwurf von FMAD ging eine Analyse und ein Vergleich
von 26 Autorensystemen voraus [10].
Ein Ziel bei der Konzeption von FMAD war die Beseitigung bestimmter
Unzulänglichkeiten, die bei der Untersuchung
festgestellt wurden (siehe auch die Abschnitte 1
und 2.1.3).
Eigenschaften existierender Autorensysteme, die sich
zur Anwendungsentwicklung als geeignet erwiesen, wurden
allerdings in den Entwurf mit einbezogen.
In seiner Gesamtheit läßt sich
FMAD jedoch durch folgende Eigenschaften von anderen
Autorensystemen abgrenzen, die über die im vorhergehenden
Abschnitt angeführten Softwarequalitätsmerkmale von Autorensystemen
hinaus zu einer weiteren Softwarequalitätsverbesserung geführt haben:
- Medienobjekte, Interaktionsobjekte und anwendungsspezifische Objekte
werden in FMAD einheitlich gehandhabt.
Desweiteren werden neben zeitlichen Beziehungen zwischen
Objekten auch andere Zusammenhänge visuell präsentiert und
können graphisch-interaktiv
spezifiziert werden.
Dadurch wird die Erlernbarkeit
und die Bedienung des Werkzeugs und die Wartungsfreundlichkeit der
erstellten Anwendungen vereinfacht. Insbesondere die Spezifikation
von Interaktionen und die Anbindung externer Programme ist in
anderen Autorensystemen oft sehr umständlich oder nur stark
eingeschränkt möglich.
- Die Möglichkeit der Strukturierung multimedialer Anwendungen
mit Hilfe komplexer Informationsobjekte erhöht die
Übersichtlichkeit und damit die Wartbarkeit erstellter Anwendungen.
Darüberhinaus impliziert die Persistenzeigenschaft komplexer
Objekte die Wiederverwendbarkeit von Anwendungen bzw.
Anwendungsfragmenten.
- In FMAD lassen sich interaktive multimediale Anwendungen vollständig
graphisch-interaktiv erstellen. Das Erlernen einer speziellen
Skriptsprache entfällt. Mit Hilfe des Codegenerators können
modellierte Anwendungen jedoch in C++-Code transformiert werden.
Dieser Code ist editierbar und kann optimiert werden,
so daß der Effizienzverlustnachteil anderer Autorensysteme
was FMAD betrifft nachträglich beseitigt werden kann.
- FMAD ist einfach - mit Hilfe des Informationstypgenerators
sogar weitgehend graphisch-interaktiv - um neue
Informationstypen erweiterbar, wodurch
insbesondere eine Anpassung an zukünftige Ein- und Ausgabetechnologien
gewährleistet ist. Die Handhabung der neuen Typen und ihrer
Instanzen ist dabei identisch zu bereits existierenden Typen.
Diese Eigenschaft führt nicht nur zu einer einfacheren
Wartbarkeit der erstellten Anwendungen sondern auch des Autorensystems
selbst.
Hauptgründe für die besonderen Eigenschaften und Vorteile von FMAD
sind sein objektorientierter Entwurf und seine
objektorientierte Implementierung.
Die hervorragende Eignung der objektorientierten Softwareentwicklung für
den Multimedia-Bereich konnte damit durch die Realisierung von FMAD
erneut bewiesen werden (vgl. auch [5] und [30]).
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Dietrich Boles
Tue Aug 29 15:13:37 MET DST 1995