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Modellierungsbeispiele

Die Verwendung der MR-Diagramme zur visuellen Modellierung interaktiver multimedialer Anwendungen soll an zwei kleinen Beispielen verdeutlicht werden. Im ersten Beispiel (Abbildung 1) geht es darum, daß auf dem Bildschirm ein Kreis mit wechselnder Farbe (rot oder grün) dargestellt wird und der Benutzer so schnell wie möglich den entsprechenden Button anklicken soll. In einer Statistikkomponente werden die Antwortzeiten registriert und können später ausgewertet werden. Beendet wird die Anwendung durch Mausklick auf den Quit-Button.gif

 
Abbildung 1:  Modellierungsbeispiel 1

Die gesamte Anwendung wird in Form eines komplexen Informationsobjektes modelliert. Durch den Start der Anwendung werden die Beziehungen (1) getriggert. Sie bewirken die Aktivierung aller Komponentenobjekte, d.h. u. a. die Darstellung des Kreises und der Buttons auf dem Bildschirm über deren Aktivitätsfunktionen.gif Das virtuelle Objekt dient zur Definition von Beziehungen zwischen dem Kreis-Objekt, den Button-Objekten und dem Timer-Objekt. Über die Beziehung (3) wird die jeweils aktuelle Kreisfarbe im Attribut col des virtuellen Objektes gespeichert.gif Drückt der Benutzer einen Button, wird das Attribut but des virtuellen Objektes über die Beziehungen (4) bzw. (5) auf den entsprechenden Wert gesetzt. Sind die Werte der Attribute but und col des virtuellen Objektes identisch, wird über die Beziehung (6) das Timer-Objekt abgebrochen. Die seit dem Start des Objektes verstrichene Zeit, die in der Aktivitätsfunktion des Timer-Objektes nachgehalten wird, wird über Beziehung (7) dem Statistik-Objekt mitgeteilt. Über die Beziehung (8) wird anschließend die neue Farbe des Kreises gesetzt und über die Beziehung (9) das Timer-Objekt neu gestartet. Das Anklicken des Quit-Buttons bewirkt die Triggerung von Beziehung (10), die die Passivierung des komplexen Objektes und damit implizit die Passivierung aller Komponentenobjekte zur Folge hat. Damit ist die Anwendung beendet.

Im zweiten Beispiel (Abbildung 2) wird die synchrone Widergabe eines Videos und eines Audios modelliert, wobei ein Benutzer mittels eines Schiebereglers die Präsentationsgeschwindigkeit beeinflussen können soll. Dazu werden das Audio- und das Video-Objekt im oberen Teil der Abbildung zu einem komplexen Objekt namens sync zusammengefaßt und mittels der Beziehungen (1) und (2) synchronisiert. Das komplexe Objekt sync wird im mittleren Teil der Abbildung wiederverwendet und mit dem Schieberegler-Objekt in Beziehung gesetzt. Die Beziehungen (3) und (4) spezifizieren die Geschwindigkeitsregulierung. Verschiebt ein Benutzer den Knopf des Schiebereglers, wird in der Aktivitätsfunktion des Schiebereglers der Wert des Attributs value entsprechend manipuliert und damit Beziehung (4) ausgelöst. Über Beziehung (3) wird die Wertänderung an das Audio- und das Video-Objekt weitergetriggert. Das hat jeweils die Änderung des Wertes deren Attribut scale zur Folge, wodurch wiederum die Systemfunktion Scale dieses Attributs mit dem neuen scale-Wert als Parameter aufgerufen wird, die die Geschwindigkeit entsprechend anpaßt.

 
Abbildung 2:  Modellierungsbeispiel 2



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Dietrich Boles
Tue Aug 29 15:13:37 MET DST 1995