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18.1 Anforderungen an Kompressions- und Dekompressionsverfahren

Im Multimediabereich werden hohe Anforderungen an die Geschwindigkeit und Qualität der Kompressions- und Dekompressionsverfahren (kurz KD-Verfahren) gestellt. Oft lassen sich aber hohe Geschwindigkeit und geringer Qualitätsverlust nicht gleichzeitig realisieren. Daher werden die verwendeten KD-Verfahren auf die direkten Anforderungen der Anwendung abgestimmt.

Anwendungen im Dialogmodus18.1 erwarten eine schnelles KD-Verfahren. Dabei soll die Ende-zu-Ende-Verzögerung der Verfahren möglichst im Bereich von 50 bis höchstens 150 ms liegen, damit ein Dialog in annähernd natürlicher Weise geführt werden kann.

Anwendungen im Abfragemodus18.2 erwarten eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit der Daten, so daß ein schneller Vor- und Rücklauf mit gleichzeitiger Anzeige der Daten möglich ist und einzelne Passagen schneller gefunden werden können. Ferner ist ein wahlfreier Zugriff auf Einzelbilder und Audiopassagen innerhalb 1/2 Sekunde erwünscht, um dem interaktiven Charakter gerecht zu werden. Auch sollte die Dekompression von Einzelbildern, Video- und Audiosequenzen ohne Interpretation aller vorherigen Daten möglich sein, damit sich Passagen nach einem wahlfreien Zugriff editieren lassen.

Beide Anwendungstypen machen ein von Bildschirmgröße und Bildschirmwiederholfrequenz unabhängiges Format notwendig, damit die Portabilität zwischen unterschiedlichen Systemen gewährleistet ist. Auch sollte es möglich sein, die Anforderungen an Qualität und Geschwindigkeit den persönlichen Anforderungen und Gegebenheiten anzupassen. So kann bei schneller Netzverbindung dem Wunsch nach höherer Qualität nachgegeben werden. Audio und Video müssen untereinander und mit anderen Medien eines Systemprogramms synchronisierbar sein, damit unter anderem die gewünschten visuell-akustischen Zusammenhänge erhalten bleiben . Diese KD-Verfahren sollten in der Regel mit Software- oder kostengünstigem Hardwareaufwand realisierbar sein. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verfügbarkeit der KD-Verfahren auf unterschiedlichen Hardwaresystemen. Nur so können Teilnehmer mit unterschiedlicher Hardware gemeinsam auf die Daten (z.B. über Netz oder CDROM) zugreifen.


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Dietrich Boles
1998-12-23