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Die Computervisualisierung gibt dem Gestalter zwar neue Möglichkeiten der grafischen Komposition, aber
trotzdem verlangt sie vom Bildautor ein Konzept. Der Bildautor muß in seiner Darstellung zu einer Bild- bzw.
Kommunikationsabsicht kommen. Der folgende Abschnitt soll die Kernaspekte der Konzeption kurz erläutern.
Sehr ausführlich wird dieses Thema in [Bru95] behandelt.
In der Computergrafik wird sehr oft übersehen, daß die Software eigentlich nur eine ,,Funktionsanhäufung`` zur
Formulierung einer bildlichen Aussage ist. Die Computergrafiksoftware besitzt selbst kein ästhetisches
Empfinden und gibt beispielsweise keine Fehlermeldung aus, wenn widersprüchliche Farbkombinationen
oder falsche Materialdarstellungen definiert werden. Die Software stellt nur Mittel für eine handwerklich saubere
Komposition zur Verfügung. Beim Computergrafiker liegt die Verantwortung, diese Funktionen sinnvoll zu
verwenden. Ohne konkrete Zielvorstellungen und Gestaltungsüberlegungen bei der Benutzung der
Grafiksoftware besteht aber immer die Gefahr sich in technischen Spielereien zu verlieren. Deshalb sollte man die
Software erst einmal beiseite lassen und ausgehend von der Bildaussage ein Konzept für eine grafische
Komposition zurechtlegen. Denn gerade bei Computervisualisierungen kommen die inhaltlichen Aspekte oftmals
nur unzureichend zur Geltung. Die Sofware-Ergonomie bietet zwar eine Reihe von Richtlinien, die jedoch nicht verhindern können,
daß auch Inhalte falsch visualisiert werden.
Ein Bild, das zwar sehr gut aussieht, aber nicht die vom Bildautor beabsichtigte Information vermittelt, erfüllt
seinen Zweck nur sehr mittelbar. Wichtig ist also, daß der Bildautor in seiner Visualisierung zu einer Aussage
kommt. Der Bildautor muß sich fragen: ,,Was will ich mit dem Bild mitteilen? Was soll die Aussage der
Visualisierung sein ¿` Letztendlich sind also nicht die technischen Möglichkeiten eines Programms entscheidend,
sondern die Fähigkeiten des Bildautors.
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Dietrich Boles
1998-12-23