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8.3 Das Storyboard

Das Storyboard stellt ein visuelles Drehbuch der Animation dar. Damit der Regisseur einen zeitlichen Eindruck des Films bekommt, werden alle Elemente des Storyboards entlang einer Zeitachse notiert. Die kleinste Zeiteinheit der Achse bildet ein Block aus mehreren Einzelbildern. Beim Zeichentrickfilm besteht dieser Block z.B. aus sechs Bildern, was bei einer Frequenz von 12fps(frames per second) einer halben Sekunde entspricht. (Siehe Abb.8.4)
  
Abbildung 8.4: Beispiel eines Storyboards
\begin{figure}
\epsfxsize=\textwidth
\centerline{\epsffile{./zeichnungen/storyb.mk.ps}}
\end{figure}

Folgende Elemente sind in einem typischen Storyboard enthalten: Zu den Vorarbeiten des Films gehören neben dem Storyboard weitere Dokumente, wie Farbentwürfe, Bewegungs- und Mimikstudien der Darsteller, sowie Entwürfe der Landschaften und Hintergründe. Gegenstände, die nicht zum Hintergrund gehören, werden in ihrer Funktion beschrieben. Die Funktion ensteht meistens im Zusammenhang mit den Charakteren. Objekte können z.B. hochgenommen, gedreht oder geworfen werden. Dadurch müssen für diese Gegenstände Animationsabläufe, beispielsweise Bewegungspfade, erstellt werden. Die Erstellung eines Storyboards hat einige Vorteile. Aus der Zeitachse kann die Anzahl der Bilder einer Bewegung und der gesamten Szene berechnet werden. Soll z.B. ein Objekt in zwei Sekunden über den gesamten Bildschirm bewegt werden, sind bei einer Frequenz von zwölf fps (frames per second) 24 Bilder notwendig. Die einzelnen Zeichnungen des Objektes werden also um 1/24stel der Gesamtbreite des Hintergrundes in Bewegungsrichtung verschoben. Soll eine Beschleunigung erzielt werden, verändern sich die Abstände dementsprechend. Ebenso werden die Positionsänderungen für Kamera und Lichter für die einzelnen Bilder berechnet. Anhand des Storyboards kann überprüft werden, ob der Auftraggeber der Animation mit den Vorstellungen des Regisseurs übereinstimmt. Falls Änderungen notwendig sind, können diese im Storyboard schnell erstellt werden. Eine Änderung des fertigen Produkts wäre wesentlich zeitaufwendiger. Das Storyboard dient als Anforderungsdefinition und verbindliches Arbeitsprotokoll für alle Beteiligten. Hinzu kommt noch, daß das Storyboard überwiegend frei vom späterem Medium erstellt wird. Die Umsetzung eines Storyboards kann als Zeichentrick-, Animations- oder Computerfilm erfolgen.
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Dietrich Boles
1998-12-23