Next: 8.4 Die Computeranimation
Up: 8. Der Medientyp Animation
Previous: 8.2 Klassische Animationstechniken
8.3 Das Storyboard
Das Storyboard stellt ein visuelles Drehbuch der Animation dar. Damit der
Regisseur einen zeitlichen Eindruck des Films bekommt, werden alle Elemente des
Storyboards entlang einer Zeitachse notiert. Die kleinste Zeiteinheit der Achse
bildet ein Block aus mehreren Einzelbildern. Beim Zeichentrickfilm besteht
dieser Block z.B. aus sechs Bildern, was bei einer Frequenz von 12fps(frames
per second) einer halben Sekunde entspricht. (Siehe Abb.8.4)
Abbildung 8.4:
Beispiel eines Storyboards
 |
Folgende Elemente sind in einem typischen Storyboard enthalten:
- Schlüsselszenen werden immer dann ins Storyboard eingefügt,
wenn sich Animationsattribute verändern. So werden Richtungs-,
Geschwindigkeits- oder Helligkeitsänderungen in Schlüsselszenen festgehalten.
Die Schlüsselszenen werden skizziert ins Storyboard eingefügt.
- Text wird in der entsprechenden Szene eingefügt.
- Audio, wie Hintergundmusik oder Geräusche, werden textuell
beschrieben.
- Kamera und Beleuchtung werden ebenfalls textuell beschrieben.
Spezielle
Zeichen für Kamerafahrten, Überblendungen, etc. können verwendet werden, um
bessere Übersichtlichkeit zu erhalten. In der Abbildung steht z.B. ,,X`` für
Überblenden.
- Bewegungen der Objekte und der Kamera können anhand von
Bewegungspfaden skizziert werden.
- Hintergründe und Landschaften werden skizziert dargestellt.
Zu den Vorarbeiten des Films gehören neben dem Storyboard weitere
Dokumente, wie Farbentwürfe, Bewegungs- und Mimikstudien der
Darsteller, sowie Entwürfe der Landschaften und Hintergründe.
Gegenstände, die nicht zum Hintergrund gehören,
werden in ihrer Funktion beschrieben. Die Funktion ensteht meistens
im Zusammenhang mit den Charakteren.
Objekte können z.B. hochgenommen, gedreht oder
geworfen werden. Dadurch müssen für diese Gegenstände Animationsabläufe,
beispielsweise Bewegungspfade, erstellt werden.
Die Erstellung eines Storyboards hat einige Vorteile.
Aus der Zeitachse kann die Anzahl der Bilder einer
Bewegung und der gesamten Szene berechnet werden. Soll z.B. ein
Objekt in zwei Sekunden über den gesamten Bildschirm bewegt
werden, sind bei einer Frequenz von zwölf fps (frames per second) 24
Bilder notwendig. Die einzelnen Zeichnungen des Objektes werden
also um 1/24stel der Gesamtbreite des Hintergrundes in
Bewegungsrichtung verschoben. Soll eine Beschleunigung erzielt
werden, verändern sich die Abstände dementsprechend.
Ebenso werden die Positionsänderungen für Kamera und Lichter
für die einzelnen Bilder berechnet.
Anhand des Storyboards kann überprüft werden, ob
der Auftraggeber der Animation mit den Vorstellungen des Regisseurs
übereinstimmt. Falls Änderungen notwendig sind, können diese im
Storyboard schnell erstellt werden. Eine Änderung des fertigen Produkts wäre
wesentlich zeitaufwendiger.
Das Storyboard dient als Anforderungsdefinition und
verbindliches Arbeitsprotokoll für alle Beteiligten.
Hinzu kommt noch, daß das Storyboard überwiegend frei vom späterem
Medium erstellt wird. Die Umsetzung eines Storyboards kann als Zeichentrick-,
Animations- oder Computerfilm erfolgen.
Next: 8.4 Die Computeranimation
Up: 8. Der Medientyp Animation
Previous: 8.2 Klassische Animationstechniken
Dietrich Boles
1998-12-23