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Audio (lat.: ,,ich höre``) kann grob als ,,Informationsvermittlung durch Ton``
charakterisiert werden.
Dabei muß jedoch der menschliche Hörbereich berücksichtigt werden,
außerdem wird der Begriff ‘Ton’ mehrdeutig benutzt: Zum einen
wird - wie hier - Ton (allgemein) für ein beliebiges Klanggemisch benutzt,
zum anderen kann dem (einzelnen) Ton eine Tonhöhe zugeordnet werden.
,,Klang`` ist mit dem allgemeinen Tonbegriff gleichzusetzen und wird im folgenden
bevorzugt als Synonym benutzt, um Mehrdeutigkeiten zu vermeiden.
6.1.2 Die menschliche auditive Wahrnehmung
Auditive Wahrnehmung wird durch Druckschwankungen der Luft ausgelöst:
Das Trommelfell eines Menschen schwingt synchron mit den auftreffenden Schallwellen
mit, die Gehörknöchel leiten sie weiter und verstärken sie, bis sie
von haarähnlichen Zellen in der Schnecke - einer flüssigkeitsgefüllten,
aufgerollten Röhre - verarbeitet werden. Durch Nervenzellen werden die
Bewegungen der Härchen in elektrische Impulse umgewandelt, die vom
Gehirn interpretiert werden. Dieses ist also für die Beurteilung der
akustischen Reize verantwortlich; so kann das Gehirn die mutmaßliche
Position der Schallquelle bestimmen oder auch die Aufnahme von auditiven
Daten selektieren (z.B. ist es möglich, sich in einer größeren Menschenmenge
auf die Stimme einer bestimmten Person zu konzentrieren).
Abbildung 6.1:
Luftdruckschwingung
 |
Zur quantitativen Wahrnehmung ist die (Luftdruck-)Welle zu betrachten
(s. Abb.6.1):
Die Amplitude der Welle
(Stärke der Luftdruckänderung) wird dabei als Lautstärke
empfunden. Das menschliche Ohr nimmt die Änderungen
logarithmisch wahr, das bedeutet,
daß eine Verzehnfachung der Amplitude uns als Verdoppelung der
Lautstärke erscheint. Wenn sich innerhalb der Wellenform
periodische Wiederholungen befinden, kann eine Tonhöhe
erkannt werden. Perioden werden in Sekunden gemessen. Die Anzahl von
Perioden in einer bestimmten Zeit wird als Frequenz bezeichnet und in
Hertz (Hz) gemessen (Perioden/sec).
Der maximale Hörbereich des Menschen liegt zwischen 20 und 20.000
Hz, jedoch sinkt die obere Grenze mit zunehmendem Alter auf 15
kHz und darunter, so daß der angegebene Bereich praktisch nur von Kindern
gehört werden kann [Kli93].
Zusätzlich zur Tonhöhe wird Klangfarbe wahrgenommen, die sich aus dem
Obertonspektrum ergibt. Tatsächlich besteht in der Regel jeder
Ton aus vielen verschiedenen; es klingen leise
Nebentöne (Obertöne) mit, die eine Vielzahl der Hauptfrequenz
betragen und dieser ,,beigemischt`` sind.
Abbildung 6.2:
Frequenzspektrum - Ton
 |
Geräusche enthalten keine regelmäßig angeordneten Obertöne,
es läßt sich also keine Grundfrequenz und somit keine eindeutige
Tonhöhe bestimmen. In der Praxis
setzen sich Klänge häufig aus Geräuschen und Tönen
zusammen, so ist z.B. das Anblasen einer Posaune
sehr geräuschhaft, bis sich der Ton mit seiner Tonhöhe herausbildet,
jedoch immer noch mit einem Geräuschanteil.
Abbildung:
Frequenzspektrum - Geräusch
 |
Auditive Daten können verschiedenen Klassen zugeordnet werden:
- Musik,
- Geräusche und
- Sprache.
Dabei kann Musik als Hintergrundbegleitung, als primäre
oder als begleitende Information eingesetzt werden. Geräusche bieten
sich für kurze Informationen oder als Hilfsmittel für eine realistisch
wirkende Anwendung an.
Der Einsatz von
Sprache eignet sich für Aufforderungen, wichtige Mitteilungen und
vor allen Dingen zum Präsentieren textueller Information.
Earcons sind kurze,
prägnante Klänge/Sounds/Geräusche/Wörter (in Anlehnung an graphische
Icons), die für bestimmte Hinweise
(wie Fehlermeldung ,,Versuch, Grenze zu
überschreiten``) verwendet werden und in der Regel als Feedback
auf eine Benutzeraktion Einsatz finden.
Diese Unterscheidung kann hilfreich bei der Planung einer
Audioproduktion sein, da es Nicht-Musikexperten damit leichter
fällt, Vorstellungen zu äußern und zu konkretisieren. Anhand dieser
Begriffe kann z.B. ein vorstrukturierter Multimedia-Entwurf
auf hilfreiche Audio-Erweiterungen hin untersucht werden.
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Dietrich Boles
1998-12-23