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Unterabschnitte

7.2 Videobandaufzeichnung

7.2.1 Aufzeichnungsverfahren

Bei der Aufzeichnung von Fernsehbildern bzw. Videosignalen auf Magnetband handelt es sich im Prinzip um das gleiche Verfahren wie bei der Tonaufzeichnung. In beiden Fällen muß eine zeitabhängige Größe (Audio- und Videosignale) in eine örtlich verteilte Remanenz, d. h. eine nach der Aufnahme im Band verbleibende Magnetisierung, umgewandelt werden. Ein wesentlicher Unterschied sind jedoch die Frequenzbereiche mit denen Audio- und Videosignale arbeiten. Bei einem Audiosignal in CD-Qualität müssen 20.000 Schwingungen pro Sekunde aufgezeichnet werden, während es hingegen bei einem Videosignal von 5 MHz (bei S-VHS) schon 5 Millionen Schwingungen sind, damit über 200mal soviel in der gleichen Zeiteinheit. Dies führt zu wesentlich höheren Abtast- und Bandlaufgeschwindigkeiten bei den Recordern. Um eine so hohe Anzahl von Schwingungen in einer Sekunde auf Band speichern zu können, müßte dieses mit 10 m/s am Aufnahmekopf vorbeirasen. Neben der hohen mechanischen Belastung des Videobandes und des Videokopfes wäre ein weiterer großer Nachteil, daß es fast unmöglich wäre praktikable Magnetbandcasetten herzustellen. Ein Videofilm von 10 Minuten Dauer würde ein Magnetband von 6000 Metern Länge erfordern. Um dennoch die heute bekannten Bandspieldauern zu erreichen, wurde ein neues Aufzeichnungsverfahren eingeführt: die Schrägschriftaufzeichnung. Im Gegensatz zur Längsschriftaufzeichnung (Tonbandgeräte), wo feststehende Köpfe zur Aufzeichnung verwendet werden, setzt man bei Videogeräten rotierende Köpfe ein. Zudem werden die Spuren nicht längs, sondern schräg auf das Band geschrieben, wodurch zum einen eine bessere Bandausnutzung erreicht wird und zum zweiten die Bandlaufgeschwindigkeit wesentlich herabgesetzt werden kann. (2,34 cm/s bei S-VHS)


  
Abbildung: Längsschriftaufzeichnung und Schrägschriftaufzeichnung
\begin{figure}
\begin{center}
{\protect\centering
\epsfxsize=12cm
\epsfbox{./zeichnungen/bild2.sb.ps}
}\end{center}\end{figure}

7.2.2 Video-Normen

Seit der Einführung der magnetischen Bildaufzeichnung wurden schon zahlreiche Systeme entwickelt. Da sich aber am Markt das VHS und das S-VHS System etabliert hat, soll nur darauf näher eingegangen werden. Es gibt auch noch leistungsfähigere Systeme, die vor allem im professionellen Bereich ihren Einsatz finden, aber gerade vor dem Hintergrund einer späteren Digitalisierung, reicht in diesem Zusammenhang die Beschäftigung mit den zwei oben erwähnten Systemen aus. VHS wurde seinerzeit eingeführt, um den Konsumenten auf einfache Weise und zu einem günstigen Preis die Möglichkeit zu bieten, Mitschnitte von Fernsehsendungen zu ermöglichen. Daher wurden bei der Qualität der Aufzeichnung einige Kompromisse geschlossen. VHS zeichnet composite video und stereo hifi audio auf. Das Auflösungsvermögen beträgt dabei für Video 3 MHz, was ca. 250 Zeilen entspricht, ungefähr die halbe Auflösung von PAL, da hier nämlich nicht die vollen möglichen 625 Zeilen am Bildschirm sichtbar werden, sondern nur 520. Wenngleich die Aufzeichnungsqualität im Heimbereich noch tolerierbar wäre, so war der Qualitätsverlust beim Kopieren von Videoaufzeichungen sehr groß. Dieser Mißstand wurde durch die Einführung von S-VHS weitestgehend aufgehoben. Zudem wurde die Aufzeichnungsqualität wesentlich verbessert. Das Auflösungsvermögen wurde auf 5 MHz angehoben, was 400 Linien entspricht. Zudem werden die Helligkeits- und Farbsignale nun getrennt aufgezeichnet.
Merkmal PAL VHS S-VHS
Auflösung 6,5 MHz 3 MHz 5 MHz

Um brauchbare Ergebnisse bei der späteren Digitalisierung zu bekommen, sollte also schon der Einsatz von S-VHS in Betracht gezogen werden, wenngleich viele Digitalisierungboards erst VHS-Qualität erreichen. Aber gutes Ausgangsmaterial ist eine Grundvoraussetzung, um gute Digitalisierungsergebnisse zu erhalten.


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Dietrich Boles
1998-12-23