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Unterabschnitte
Bei der Aufzeichnung von Fernsehbildern bzw. Videosignalen auf Magnetband handelt
es sich im Prinzip um das gleiche Verfahren wie bei der Tonaufzeichnung. In beiden
Fällen muß eine zeitabhängige Größe (Audio- und Videosignale) in eine örtlich
verteilte Remanenz, d. h. eine nach der Aufnahme im Band verbleibende Magnetisierung,
umgewandelt werden. Ein wesentlicher Unterschied sind jedoch die Frequenzbereiche
mit denen Audio- und Videosignale arbeiten. Bei einem Audiosignal in CD-Qualität
müssen 20.000 Schwingungen pro Sekunde aufgezeichnet werden, während es hingegen
bei einem Videosignal von 5 MHz (bei S-VHS) schon 5 Millionen Schwingungen sind,
damit über 200mal soviel in der gleichen Zeiteinheit.
Dies führt zu wesentlich höheren Abtast- und Bandlaufgeschwindigkeiten bei den
Recordern. Um eine so hohe Anzahl von Schwingungen in einer Sekunde auf Band speichern
zu können, müßte dieses mit 10 m/s am Aufnahmekopf vorbeirasen. Neben der hohen
mechanischen Belastung des Videobandes und des Videokopfes wäre ein weiterer großer
Nachteil, daß es fast unmöglich wäre praktikable Magnetbandcasetten herzustellen.
Ein Videofilm von 10 Minuten Dauer würde ein Magnetband von 6000 Metern Länge erfordern.
Um dennoch die heute bekannten Bandspieldauern zu erreichen, wurde ein neues
Aufzeichnungsverfahren eingeführt: die Schrägschriftaufzeichnung. Im Gegensatz zur
Längsschriftaufzeichnung (Tonbandgeräte), wo feststehende Köpfe zur Aufzeichnung verwendet
werden, setzt man bei Videogeräten rotierende Köpfe ein. Zudem werden die Spuren nicht
längs, sondern schräg auf das Band geschrieben, wodurch zum einen eine bessere
Bandausnutzung erreicht wird und zum zweiten die Bandlaufgeschwindigkeit wesentlich
herabgesetzt werden kann. (2,34 cm/s bei S-VHS)
Abbildung:
Längsschriftaufzeichnung und Schrägschriftaufzeichnung
 |
Seit der Einführung der magnetischen Bildaufzeichnung wurden schon zahlreiche Systeme
entwickelt. Da sich aber am Markt das VHS und das S-VHS System etabliert hat, soll nur
darauf näher eingegangen werden. Es gibt auch noch leistungsfähigere Systeme, die vor
allem im professionellen Bereich ihren Einsatz finden, aber gerade vor dem Hintergrund
einer späteren Digitalisierung, reicht in diesem Zusammenhang die Beschäftigung mit den
zwei oben erwähnten Systemen aus.
VHS wurde seinerzeit eingeführt, um den Konsumenten auf einfache Weise und zu einem
günstigen Preis die Möglichkeit zu bieten, Mitschnitte von Fernsehsendungen zu ermöglichen.
Daher wurden bei der Qualität der Aufzeichnung einige Kompromisse geschlossen. VHS zeichnet
composite video und stereo hifi audio auf. Das Auflösungsvermögen beträgt dabei für
Video 3 MHz, was ca. 250 Zeilen entspricht, ungefähr die halbe Auflösung von PAL, da hier
nämlich nicht die vollen möglichen 625 Zeilen am Bildschirm sichtbar werden, sondern nur
520. Wenngleich die Aufzeichnungsqualität im Heimbereich noch tolerierbar wäre, so war
der Qualitätsverlust beim Kopieren von Videoaufzeichungen sehr groß. Dieser Mißstand wurde
durch die Einführung von S-VHS weitestgehend aufgehoben. Zudem wurde die Aufzeichnungsqualität
wesentlich verbessert. Das Auflösungsvermögen wurde auf 5 MHz angehoben, was 400 Linien
entspricht. Zudem werden die Helligkeits- und Farbsignale nun getrennt aufgezeichnet.
| Merkmal |
PAL |
VHS |
S-VHS |
| Auflösung |
6,5 MHz |
3 MHz |
5 MHz |
Um brauchbare Ergebnisse bei der späteren Digitalisierung zu bekommen, sollte also
schon der Einsatz von S-VHS in Betracht gezogen werden, wenngleich viele Digitalisierungboards
erst VHS-Qualität erreichen. Aber gutes Ausgangsmaterial ist eine Grundvoraussetzung, um gute
Digitalisierungsergebnisse zu erhalten.
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Dietrich Boles
1998-12-23