Graphische Benutzerschnittstellen sind entscheidend durch die bei der Implementierung benutzten Benutzerschnittstellen- und Dialogmodelle geprägt. Durch das Benutzerschnittstellenmodell werden die funktionalen Komponenten einer Benutzerschnittstelle definiert, während das Dialogmodell den zulässigen Verlauf des Dialoges zwischen einem Benutzer und der Anwendung beschreibt. Dialogmodelle bilden die Grundlage der Dialogkontrolle, die den Dialogablauf definiert. In diesem Kapitel wird ein hierachischer Ansatz eines Dialogmodells und die darauf aufbauende Dialogbeschreibungssprache ODIS ("`Object-Oriented Dialogue Specifikation"') vorgestellt.
Das ODIS-Dialogmodell unterstützt die Modellierung komplexer und gleichzeitig aktiver Interaktionen durch eine bottum-up-Eventerkennung und -verarbeitung. Durch eine hierarchische Anordnung diskreter und kontinuierlicher Ausgaben werden komplexe multimediale Präsentationen modelliert. Die dabei auftretenden zeitlichen Beziehungen zwischen den Präsentationsintervallen werden durch Ausgabesynchronisationsoperatoren beschrieben. Die Nebenläufigkeit von Benutzerinteraktionen und kontinuierlichen Ausgaben wird durch Synchronisationsoperatoren modelliert.
Carsten Knoblich