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Bei der Modellierung der Ersten-Hilfe-Situation müssen eine Vielzahl von
Attributen berücksichtigt werden. Unfälle können so z.B. an verschiedenen Orten
stattfinden; die Gefahrenquelle kann sehr unterschiedlich sein. Beim zu
versorgenden Opfer gibt es ebenfalls zahlreiche Attribute, wie
z.B. Bewußtsein und
chronische Krankheiten.
Die bei der Modellierung berücksichtigten Attribute werden in folgende
Gruppen eingeteilt:
- Attribute des Herz-Kreislaufsystems,
- Attribute der Lunge und des Rachens,
- Attribute des Beckens, des Rückens, des Brustkorbs und des Bauchraums,
- Attribute des Rumpfes,
- Attribute der Extremitäten,
- Attribute des Kopfes,
- Attribute des Gesichts und des Auges,
- Attribute der Nase, der Ohrmuschel und des Mundes,
- Attribute des Opfers und
- Attribute der äußeren Umstände.
Bei dieser Aufteilung ist zu beachten, daß der Grundgedanke eine
idealisierende Modellierung der Ersten-Hilfe-Situation einschließlich der
Simulation elementarer Körperfunktionen war, die sich auf das Einfangen
wichtiger Prinzipien beschränkt und somit nur innerhalb von
Erste-Hilfe-Situationen relevante Attribute berücksichtigt.
Bevor konkret auf die einzelnen Attribute und deren Bedeutungen
eingegangen wird, sollen noch kurz die verschiedenen Attributgruppen
näher erläutert werden.
Über die Attribute der Lunge und des Rachens
können zum einen Schädigungen
der Atemwege (z.B. Verätzungen) beschrieben werden, zum anderen ist es mit diesen
beiden Attributgruppen möglich, ein Verlegen der Atemwege durch Fremdkörper in der
Modellierung berücksichtigen zu können.
Eine Unterteilung des Rumpfes in Brustkorb,
Bauchraum und
Rücken ist erforderlich, um zwischen verschiedenen Verletzungsarten
unterscheiden zu können. So werden die Attribute des Rumpfes benötigt,
um insbesondere äußerliche Verletzungen des Rumpfes wie Schnitt-, Stich- und Schürfwunden modellieren zu
können. Mit der weitergehenden Spezialisierung in Bauchraum und
Rücken können zudem Rippenbrüche über den Brustkorb,
Verletzungen der inneren Organe über den Bauchraum
und Schädigungen der Wirbelsäule über den Rücken
spezifiziert werden.
Über die die Attribute der Extremitäten werden sowohl
äußere Verletzungen (Schnittwunden, Brüche o.ä.) als auch innere Verletzungen wie z.B. Schwellungen
bzw. Hämatome beschrieben.
Mit den Attributen des Kopfes können Kopfverletzungen wie Schädelbasis-
bzw. Schädelbrüche berücksichtigt werden. Die Attribute des Gesichts
werden benötigt, um äußere Schnitt-, Stich-, und Schürfwunden modellieren zu können. Mit der Unterteilung
des Gesichts in Mund, Nase
und Ohrmuschel können außerdem Symptome
bei Erfrierungen beschrieben werden, die sich in Verfärbungen dieser Körperteile äußern.
Die Attribute des Opfers beschreiben zum einen sein allgemeines Befinden
(z.B. Temperaturempfinden, Nervosität und Schwindel), zum anderen wird definiert, wo er sich befindet und wie
seine Lage ist. Ferner wird über diese Attributgruppe die Art der Bekleidung festgehalten.
Über die Attribute der äußeren Umstände wird die
Notfallsituation definiert, d.h es wird festgelegt, wo der Unfall stattfindet, was den Unfall verursacht hat,
ob Helfer bzw. Verbandsmaterial zur Verfügung stehen usw.
Die verwendeten Attribute lauten im einzelnen (in Klammern stehen die
zugehörigen Attributgruppen):
- Angstgefühl (Opfer) -
Schwere Erkrankungen (Herzinfarkte o.ä.) führen zu Todesängsten beim Opfer, was
mit diesem Attribut festgehalten wird.
- Atemgeräusche (Lunge) -
Sie ermöglichen es, schwerwiegende Schädigungen der Atemwege wie
Lungenödeme (Wasseransammlung in der Lunge) diagnostizieren zu können.
- Atemtiefe und Atemfrequenz (beide Lunge) -
Sie geben an, ob das Opfer z.B. flach und schnell wie bei der
Hyperventilation oder normal atmet.
- Außentemperatur (äußere Umstände) -
Über die Außentemperatur
können Schädigungen durch extreme Temperaturen (Hitzschlag,
Sonnenstich o.ä.) in der Modellierung berücksichtigt werden.
- Bekleidung (Opfer) -
Ein teilweises Entkleiden des Unfallopfers während der Ersten Hilfe
wird mit diesem Attribut beschrieben.
- Bewußtsein (Opfer) -
Mit diesem Attribut wird festgehalten, wie stark das Bewußtsein des
Opfers eingetrübt ist.
- Blutdruck (Herz-Kreislaufsystem) -
Mit diesem Attribut ist es möglich, Blutdruckschwankungen in der Modellierung
berücksichtigen zu können.
- Blutungsart (Ohrmuschel, Nase und Mund) -
Dieses Attribut beschreibt, ob eine innerliche oder
äußerliche Blutung aus der Nase, dem Ohr oder dem Mund vorliegt.
- Blutungsintensität (Bauchraum, Brustkorb, Rumpf, Extremitäten,
Kopf, Rachen, Gesicht, Ohrmuschel, Nase und Mund) -
Sie hält die Stärke der durch die Verletzung verursachten Blutung fest.
- Blutvolumen (Herz-Kreislaufsystem) -
Der Blutverlust des Unfallopfers wird mit diesem Attribut angegeben.
- Durst (Opfer) -
Ein hypoglykämischer Schock (Unterzuckerung) führt zu einem
verstärkten Durstgefühl beim Opfer, was mit diesem Attribut
festgehalten wird.
- Farbe (Ohrmuschel, Nase, Mund, Auge, Gesicht, Extremitäten,
Bauchraum und Rumpf) -
Sie beschreibt über eine Rot- bzw. Blauskala Verfärbungen einzelner
Körperteile, wie sie z.B. bei Erfrierungen oder Durchblutungsstörungen
üblich sind.
- Fremdkörper (Ohrmuschel, Nase, Auge, Gesicht, Kopf, Extremitäten, Bauchraum,
Brustkorb, Rumpf, Lunge und Rachen) -
Fremdkörper in Wunden bzw. ein Verlegen der Atemwege durch Fremdkörper
können mit diesem Attribut beschrieben werden.
- Gefahrenquelle (äußere Umstände) -
Während der Notfallsituation bestehende Gefahren (z.B. Brandgefahr)
werden mit diesem Attribut festgehalten.
- Herzrhythmus -
Dieses Attribut ermöglicht es, zwischen einem regelmäßigen bzw.
unregelmäßigen Herzrhythmus unterscheiden zu können.
- Herzschlag (Herz-Kreislaufsystem) -
Die Frequenz des Herzschlags wird mit diesem Attribut beschrieben.
- Hilfsmittel (äußere Umstände) -
Für die Versorgung des Opfers zur Verfügung stehende Materialien, wie
z.B. Decken oder Verbandsmaterial, werden mit diesem Attribut beschrieben.
- Kohlenmonoxidvergiftung (Herz-Kreislaufsystem) -
Eine Vergiftung des Opfers durch Kohlenmonoxid-Gas wird mit diesem
Attribut festgehalten.
- Kommunikation (äußere Umstände) -
Dieses Attribut beschreibt während des Notfalls zur Verfügung stehende
Kommunikationsmittel (Telefon o.ä.), über die weitere
Hilfe angefordert werden könnte.
- Krankheit (Opfer) -
Dieses Attribut ermöglicht es, chronische Krankheiten des Unfallopfers
in die Modellierung miteinfließen zu lassen.
- Lageart und Lageort (Opfer) -
Diese Attribut beschreibt die Lage des Unfallopfers, d.h. es wird festgehalten,
ob das Opfer liegt, sitzt, steht usw. Über den Lageort wird
beschrieben, wo das Unfallopfer liegt, sitzt, steht usw.
- Lage der Extremitäten -
Dieses Attribut ermöglicht es, die stabile Seitenlage bzw. die
Schocklage beschreiben zu können.
- Lokalisation (Rücken) -
Sie gibt das Schmerzzentrum (z.B. Nierengegend) an.
- Nervosität (Opfer) -
Die infolge von Verletzungen auftretende Nervosität beim Unfallopfer wird
mit diesem Attribut festgehalten.
- Puls am Hals bzw. Handgelenk
(beide Herz-Kreislaufsystem) -
Diese Attribute geben an, ob der Puls für den Anwender an der
Halsschlagader bzw. am Handgelenk tastbar ist.
- Pupillengröße (Auge) -
Dieses Attribut hält die z.B. durch Medikamenteneinnahme eventuell veränderte
Pupillengröße fest.
- Sauerstoffgehalt des Blutes (Herz-Kreislaufsystem) -
Mit diesem Attribut wird ein verringerter Sauerstoffgehalt des
Blutes beschrieben, der z.B. durch verlegte Atemwege aufgetreten ist.
- Sehstörung (Auge) -
Dieses Attribut beschreibt durch Schädigungen der Augen auftretende
Sehstörungen bzw. Sehstörungen infolge einer Unterzuckerung.
- Schmerzcharakteristik (Ohrmuschel, Nase, Mund, Auge, Gesicht, Kopf,
Extremitäten, Becken, Brustkorb, Bauchraum und Rücken) -
Über die Schmerzcharakteristik wird die Qualität der Schmerzen, wie
z.B. stechend, pulsierend oder dumpf, festgehalten.
- Schmerzintensität (Ohrmuschel, Nase, Mund, Auge, Gesicht, Kopf,
Rachen, Extremitäten, Becken, Brustkorb, Bauchraum, Rumpf und Rücken) -
Sie beschreibt die Stärke der Schmerzen.
- Schock (Herz-Kreislaufsystem) -
Nach dem Unfall eventuell auftretende Schocksymptome können mit diesem Attribut
festgehalten werden.
- Schweißbildung (Gesicht) -
Bei einem Herzinfarkt z.B. kommt es Schweißausbrüchen beim Unfallopfer,
was mit diesem Attribut festgehalten wird.
- Schwindel (Opfer) -
Durch Durchblutungsstörungen auftretende Schwindelanfälle können mit
diesem Attribut berücksichtigt werden.
- Speichelfluß (Mund) -
Ein hypoglykämischer Schock (Unterzuckerung) führt zu einem
verstärkten Speichelfluß beim Opfer, was mit diesem Attribut
festgehalten wird.
- Subjektives Temperaturempfinden (Opfer) -
Dieses Attribut beschreibt das Temperaturempfinden des Opfers (z.B. frösteln).
- Temperatur (Bauchraum, Rumpf, Extremitäten, Gesicht, Ohrmuschel
und Nase) -
Über die Temperatur verschiedener Körperteile
werden u.a. Unterkühlungen festgehalten.
- Tränenfluß (Auge) -
Dieses Attribut beschreibt einen verstärkten Tränenfluß, der z.B. durch
einen Fremdkörper im Auge erzeugt wird.
- Verletzung (Ohrmuschel, Nase, Mund, Auge, Gesicht, Kopf, Extremitäten, Bauchraum,
Brustkorb, Becken, Rumpf und Rücken) -
Die von dem Benutzer zu behandelnde Verletzung des Unfallopfers wird mit
diesem Attribut festgehalten.
- Übelkeit (Opfer) -
Dieses Attribut ermöglicht es, die bei einem Hitzschlag bzw. einer
Gehirnerschütterung auftretende Übelkeit modellieren zu können.
- Wetterlage (äußere Umstände) -
Dieses Attribut hält die zur Zeit des Unfalls herrschende
Wetterlage (Schneefall, Regen o.ä) fest.
- Zeit (äußere Umstände) -
Dieses Attribut beschreibt die während der Versorgung des Unfallopfers
verstreichende Zeit.
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Dennis Logeman (PG PG_MM )
Wed Dec 11 14:23:03 MET 1996