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Objektklassen identifizieren

Das Objektmodell besteht in erster Linie aus Klassen mit zugehörigen Objekten und Assoziationen zwischen ihnen, d.h. um ein Objektmodell zu erstellen, ist es zunächst nötig, geeignete Klassen zu finden. Ein häufig beschriebener Ansatz, der sich in vielen Fällen bewährt hat, besteht darin, alle für die zu modellierende Anwendungswelt relevanten Substantive aus der Problembeschreibung zu betrachten. Hiermit erhält man eine Liste von Klassenkandidaten, die eventuell noch um Begriffe aus der Anwendungswelt ergänzt werden kann, die zwar nicht explizit in der Problembeschreibung auftauchen, von denen wir aber wissen, da\3 sie in der Anwendungswelt eine Rolle spielen.

Die Liste von potentiellen Klassen, die auf diesem Weg erhalten worden sind, ist im allgemeinen zu umfangreich. Sie enthält unnötige sowie unkorrekte Klassen wie z.B. redundante Klassen, irrelevante Klassen, vage Klassen, Operationen, Rollen anderer Klassen, Implementierungskonstrukte oder Klassen, die eigentlich Attribute anderer Klassen sein sollten. Derartige Klassen werden aus der Liste entfernt. Bei dem Aufstellen der ersten potentiellen Klassen sollte man noch nicht an eine Vererbungsstruktur denken, zudem sollte man darauf achten, da\3 Implementierungsdetails nicht erfa\3t werden sollten. Es ist wichtig, immer daran zu denken, da\3 in dieser Phase lediglich eine vorhandene Anwendungswelt modelliert werden soll, man sollte zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken an mögliche Realisierungen oder gar Implementierungen verschwenden.

Die somit erhaltene Liste dient als Grundlage für die folgenden Schritte. Sie sollte allerdings nicht starr sein, sondern es mu\3 zu jedem Zeitpunkt möglich sein, Klassen hinzuzufügen oder zu streichen. Die Klassen werden nun in einem Data Dictionary zusammen mit Erläuterungen und zu diesem Zeitpunkt bereits bekannten Assoziationen festgehalten.



Dennis Logeman (PG PG_MM )
Wed Dec 11 14:23:03 MET 1996