Viele Menschen fühlen sich in Not- bzw. Unfallsituationen oft nicht dazu in der Lage, angemessene Hilfeleistungen zu erbringen. Dies liegt in der Regel daran, daß die meist vor Jahren erworbenen Kenntnisse der Ersten Hilfe nicht konserviert werden können. Die mangelnde Auffrischung dieser Kenntnisse läßt sich darauf zurückführen, daß zum einen die Motivation zum Besuch eines weiteren Kurses fehlt und daß zum anderen Erste-Hilfe-Bücher die Materie nur unzureichend vermitteln.
Der von der Projektgruppe zu erstellende MM-EHK beinhaltet daher die Beschreibung von Symptomen, die bei Notfällen auftreten können, sowie die Darstellung unterschiedlicher Unfallsituationen und geeigneter Maßnahmen. Darüber hinaus werden organisatorische Aspekte der Ersten Hilfe wie rechtliche Fragen oder die Aufgabenverteilung am Unfallort vermittelt. Weiterhin ist die Simulation möglicher Notfälle durch typische Fallbeispiele gemeinsam mit praktischen interaktiven Übungen vorgesehen. Optionale Ergänzungen des Systems könnten zum einen eine Darstellung des Aufbaus des menschlichen Körpers sein, zum anderen ist auch eine Darstellung von Rettungsorganisationen denkbar.
Die Vorteile eines solchen multimedialen Kurses sind beispielsweise die Demonstration von Bewegungsabläufen anhand von Videos oder der Zugriff auf Querverweise durch die netzwerkartige Verbindung der einzelnen Komponenten. Außerdem besteht die Möglichkeit, Interaktionen in die Simulation von Handlungsabläufen zu integrieren. Der Benutzer kann weiterhin im Gegensatz zu einem gängigen Erste-Hilfe-Kurs den Zeitpunkt und die Dauer der Anwendung selbst bestimmen.
Das Ziel der an der Projektgruppe beteiligten Studenten ist das Erlernen der Vorgehensweise bei der Erstellung eines großen Softwareproduktes. Dazu gehören die Realisierung der Konzepte des Software-Engineering, ein effektives Teammanagement, die Integration softwareergonomischer Erkenntnisse sowie die Kooperation mit Fachleuten, wie zum Beispiel in diesem Fall Rettungssanitätern oder Ärzten. Des weiteren soll der praktische Umgang mit Werkzeugen zur Entwicklung multimedialer Anwendungen kennengelernt werden.