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Multimediale Präsentationsanwendungen

Multimediale Präsentationsanwendungen können definiert werden als "` Programme, die einen Benutzer durch eine gegebene Menge heterogener Informationseinheiten führen"' (nach [AG93]). Sie werden interaktiv genannt, wenn der Benutzer den Verlauf und die Gestaltung der Anwendung beeinflussen kann.

Ähnlich wie Hypertext-Dokumente lassen sich multimediale Präsentationsanwendungen als ein Netzwerk mit Knoten und Kanten darstellen. Auch hier repräsentieren die Knoten die Informationseinheiten und die Kanten die Beziehungen zwischen ihnen. Die Informationseinheiten werden als Medienobjekte bezeichnet und gehören den verschiedenen Medientypen an (Audio, Video etc.). Von diesen Ausgabemedientypen können Eingabemedientypen, auch Interaktionstypen genannt, unterschieden werden. Durch diese, z.B. Buttons, Menüs, Schieberegler oder Texteingabefelder, kann die multimediale Präsentationsanwendung interaktiv gesteuert werden. Während die Kanten in einem Hypergraphen die Bedeutung eines Verweises auf eine andere Informationsquelle haben, kann die Semantik der Kanten hier unterschiedlich sein: Zwischen den Medienobjekten bestehen verschiedenartige Beziehungen, Abhängigkeiten oder constraints (Zwänge). Als Beispiele für Beziehungen seien zeitliche, räumliche und gestalterische Beziehungen genannt.

Im Unterschied zum selbständigen Navigieren durch einen Hypergraphen wird der Benutzer durch das multimediale Beziehungsnetzwerk einer Präsentationsanwendung geführt. Die Informationseinheiten werden ihm in einem festgelegten Zusammenhang präsentiert. Dadurch sind zusätzliche Hilfsmittels (Browser, Filter, Übersichtsfenster und History-Mechanismen), wie sie oft in Hypertext-Systemen angeboten werden, für eine multimediale Präsentationsanwendung im allgemeinen nicht nötig.

Trotz der oben genannten Unterschiede besteht eine Gemeinsamkeit zwischen Hypertext-Dokumenten und multimedialen Präsentationsanwendungen: Ein Knoten eines Hypergraphen kann als ein komplexes Objekt betrachtet werden, das sich aus Textobjekten (im Falle von Hypermedia auch Objekte anderen Typs) und Interaktionsobjekten zusammensetzt. Die Interaktionsobjekte repräsentieren die Anker. Zwischen den einzelnen Objekten bestehen i.a. räumliche Beziehungen.

Eine Einordnung in Multimedia erfolgt in Abbildung 1.2.

 

Multimediale Präsentationsanwendungen werden, wie der Name schon sagt, hauptsächlich für Firmen- und Produktpräsentationen eingesetzt. Aber auch andere Anwendungen können in diese Gruppe eingeordnet werden: dazu gehören z.B. Produktkataloge und CBT-Anwendungen, die ein hohes Maß an Interaktion voraussetzen.


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Wed Dec 11 15:53:30 MET 1996