Im Bereich der Medizin sind vielzählige Programme entwickelt worden, die das einseitige Lernen mit Hilfe von Lehrbüchern multimedial ergänzen können. Das Programm A.D.A.M. ist ein Beispiel für einen elektronischen Atlas des menschlichen Körpers. Durch dieses Programm ist es möglich, den menschlichen Körper schichtweise zu entdecken und eine eigene Unterrichtslektion bestehend aus Texten, Bildern und Filmen zu erstellen [Sch94b]. Andere Anwendungen versuchen Unterrichtslektionen möglichst kurzweilig zu gestalten, wie z.B. eine CD-ROM der amerikanischen Heart Association, die die richtige Steuerung des Cholesterinspiegels im Blut erklärt. Farb-Cartoons erklären und interpretieren, welche Schäden das Cholesterin anrichten kann [AB94]. Die Multimedia-Anwendungen in der Medizin sind besonders weit fortgeschritten, weil der menschliche Körper als Objekt durch Visualisierung gut aufgeschlossen ist. Es existieren viele Bildmaterialien, die es in multimedialen Lehrprogrammen möglich machen, Prozesse zu visualisieren, die in der Realität nicht sichtbar sind.
Ein anderer Bereich des Gesundheitswesen ist die Rehabilitation (vgl. auch Kapitel 1.6.3). Digitale Videosprachlabore ermöglichen das Erlernen von Gebärdensprache für Gehörlose und Training von Dolmetschern für Gebärdensprache. Ein Beispiel dafür ist die "`Lektion für Computerbegriffe mit Gebärden"' von Schulmeister. Andere Anwendungen erlauben es, die eigenen Gebärden aufzuzeichnen und mit gespeicherten zu vergleichen.