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Multimedia-Anwendungen im Krankenhaus

Das Wiener Donauspital zählt durch seine EDV-Anlage zu den am besten mit Kommunikationstechnik ausgestatteten Kliniken Europas. Das Datennetz umfaßt 850 Personal-Computer und 80 Server, die über Zentralrechner (VAX, Serie 4000) miteinander verbunden sind. Sämtliche Verwaltungsvorgänge werden elektronisch vollzogen: die Krankenakten, Röntgenbilder, Labordaten, die Essensbestellungen, Materiallisten und Daten, wie die über Energie, Wasser und Feuermelder, liegen digital vor. Diese Informationstechnologie spart Zeit, da z.B. die Krankenakte eines Patienten in Bruchteilen von Sekunden vorliegt und nicht erst aus dem Archiv geholt werden muß. Durch die zentrale Speicherung von Untersuchungsergebnissen werden die Patienten u.a. vor unnötigen mehrfachen Röntgenaufnahmen bewahrt. Die elektronische Speicherung beispielsweise solcher Radiologiedaten wird durch geringen Platzbedarf günstiger. Eine digitale Krankenakte birgt aber auch Gefahren: Nicht jeder Arzt sollte auf die Diagnosen seiner Kollegen zugreifen können, die Daten könnten durch "`Hacker"' mißbraucht werden. Hier spielen Datenschutz und -sicherheit eine wichtige Rolle.

Aber auch im Operationssaal dieses und anderer Krankenhäuser sind multimediale Anwendungen zu finden. Programme wie OP2015 (V. Urban / Wiesbaden u.a.) oder The Electric Cadaver (Dr. S. Freedman, Dr. R. Chase / Stanford University Medical School) ermöglichen es, daß Ärzte komplizierte Eingriffe an einem virtuellen Patienten üben. Nicht nur zum Training werden Computer eingesetzt: der sogenannte Robodoc, ein 750.000 DM teures Gerät, wurde in der Unfallklinik Frankfurt/Main schon bei über 100 Eingriffen erfolgreich eingesetzt. Der Apparat wird von einem Mediziner gesteuert, wobei die Bewegungen der Chirurgenhand präziser ausgeführt werden. Durch diese Technik kann z.B. das minimale Zittern einer Hand durch eine "`Tremorfilterung"' unterdrückt werden. Durch multimediale Kommunikationssysteme können via Satellit Spezialisten zu Rate gezogen werden; die Realisierung von ferngesteuerten Operationen auf diesem Wege wird zwar angedacht, birgt aber aufgrund von möglichen Zusammenbrüchen der Satellitenverbindung große Gefahren [KM95]. Dazu auch [Pol95].




Wed Dec 11 15:53:30 MET 1996