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Programmierung von Interaktionen

Die Entwicklung der Programmierung von Interaktionen kann nach [Bol94] in vier Stufen unterteilt werden.

In 'alten' Programmiersprachen sind häufig Interaktionsbefehle wie readln, get oder input, mit denen es möglich ist, Tastatureingaben an Programmvariablen zu übergeben, fest intergriert.

Als nach und nach die Textbildschirme durch Grafikbildschirme ersetzt und die Möglichkeiten zur Eingabe durch die Einführung von Mäusen erweitert wurden, war es von Vorteil, Anwendungen möglichst leicht an andere Eingabegeräte anzupassen. Dazu werden in neueren Programmiersprachen Ein- und Ausgabefunktionen über Bibliotheken angeboten. Bei der Verwendung anderer E/A-Geräte brauchen somit nur die entsprechenden Funktionen angepaßt werden, die eigentliche Anwendung bleibt unverändert.

Eine weitere Änderung der Form der Eingabebehandlung hat sich durch die zunehmende Verbreitung von Window-Systemen und User-Interface Toolkits (UITs) ergeben. Dabei wird vom Programmierer zunächst festgelegt, bei welchen Eingaben und unter welchen Bedingungen welche Prozeduren aufgerufen werden. In den Prozeduren werden dann die jeweils vorzunehmenden Aktionen spezifiziert. Mit dem Starten des Programmes wird dann ein sogenannter Dispatcher aufgerufen. Dieser startet, abhängig von der Festlegung durch den Programmierer, bei Benutzereingaben die jeweiligen Prozeduren. Diese Art der Programmierung wird invertierte Programmierung genannt.

Um auch Nicht-Experten die Entwicklung von Benutzerschnittstellen zu ermöglichen, sind die sogenannten User-Interface Managemant Systeme (UIMS) entwickelt worden. Deren Aufgabe ist die automatische Konstruktion von Benutzerschnittstellen in Abhängigkeit der vom Entwickler gegebenen Spezifikation.




Wed Dec 11 15:53:30 MET 1996