Zeitliche Beziehungen kennzeichnen die wichtigste Art von Abhängigkeiten zwischen Informationsobjekten, denn sie haben die Aufgabe, die Präsentation einzelner Informationsobjekte in eine bestimmte zeitliche Abfolge zu bringen.
Dabei ist dieser Ablauf mit den heutigen Computern und Betriebssystemen nicht nur sequentiell, sondern auch parallel möglich. Hierzu einige Beispiele:
Es gibt drei verschiedene Modellierungsformen für zeitlichen Beziehungen (siehe hierzu Abbildung 2.3):
Hierarchische Kompositionen werden mit Hilfe von Bäumen konstruiert. Hierbei repräsentieren die Blätter elementare Informationsobjekte, während die inneren Knoten Operatoren darstellen, über die ein oder mehrere Informationsobjekte (die Söhne des Operatorknotens) miteinander in zeitliche Beziehungen gesetzt werden. Teilbäume können so als komplexe Informationsobjekte angesehen werden. Gültige Operatoren sind:
Mit dieser Methode kann aber offensichtlich kein exaktes zeitliches Profil
erstellt werden, da die hier verwendeten zeitlichen Beziehungen stets
relativ sind und keine absoluten Zeitangaben zulassen. Diese Art der
Komposition ist also nur für spezielle multimediale Anwendungen einsetzbar.
Die Zeitachsenkomposition erlaubt dagegen eine absolute zeitliche Modellierung. Mit ihr werden Objekte entlang einer Zeitachse positioniert und so zueinander in Beziehung gesetzt. Sie ist für den Entwickler i. a. einfacher zu erstellen und zu durchschauen und findet entsprechend häufiger Verwendung in real existierenden Werkzeugen. Will man jedoch Interaktionen in die Zeitachsenkomposition integrieren, wird es schwierig, denn Interaktionen lassen sich nicht in einen bestimmten Zeitabschnitt zwängen.
Im Gegensatz zu den obigen Modellierungstechniken werden in der Referenzpunktkomposition die Informationsobjekte nicht als atomar, sondern als komplex angesehen. Ein Objekt besteht hier aus mehreren Untereinheiten (z. B. Einzelbilder eines Videos). Eine solche Untereinheit ist dabei äquivalent zu einem Referenzpunkt. Zeitliche Beziehungen zwischen Objekten werden durch Verbindungen von Untereinheiten realisiert. Die Referenzpunktkomposition dient als Modellierungsgrundlage für eine diskrete Synchronisation der Objekte.