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Filter in Browsingsystemen

Nun werden mehrere Filter beschrieben. Wenn im folgenden vom Begriff des Positionsknotens die Rede ist, so ist damit der Knoten gemeint, welcher vom Anwender gerade besucht wird, also die Position im Dokument.

Hierarchie-Filter

Um in graphische Darstellungen mehr Übersichtlichkeit zu bringen, wird als Instrument die Bildung von Hierarchien vorgestellt. Man bewegt sich mittels des Browsers von Knoten, die allgemeinere Informationen enthalten, zu Knoten tieferer Hierarchieebenen, die speziellere Informationen enthalten. Wie in Abbildung 3.5 zu sehen, werden ausgehend vom Positionsknoten, hier grau dargestellt, alle Knoten dargestellt, welche über Anker im Positionsknoten erreicht werden können. Die Abbildung zeigt einen Hierarchiefilter der lediglich die erste Hierarchieebene anzeigt und die restlichen herausfiltert. Würden nun zwei Hierarchieebenen zugelassen, würde der Filter die Darstellung nicht verändern und ebenfalls die Knoten 4 und 5 wieder anzeigen. Eingehende Kanten von anderen Knoten werden nicht präsentiert. Dieser Filter bietet sich in Fällen, wo das Hypertext/Hypermedia-Dokument selbst hierarchisch gegliedert ist, besonders an, in Dokumenten, wo dies nicht der Fall ist, kann die Verwendung dieses Filters Informationen vorenthalten.

 

Nachbarschaftsbeziehungen

Ein anderer Filter versucht die Nachbarschaftsbeziehungen eines Hypertext/Hypermedia-Dokuments auszunutzen. Es wird dabei von der Annahme ausgegangen, daß Knoten, die über eine bestimmte Anzahl von Knoten erreichbar sind, auch inhaltlich in einer engeren Beziehung stehen. Abbildung 3.6 zeigt, wie der Filter wirkt. Der Positionsknoten ist wieder grau dargestellt. Es wird zuvor ein Radius festgelegt, der die Größe des Sektors, der dargestellt wird, festlegt. Innerhalb dieses Sektors werden die Nachbarknoten angezeigt. Darum wird dieser Filter auch Sektordarstellung genannt. Der Radius in der Abbildung 3.6 hat die Größe 1. Würde der Radius größer gewählt werden, so kämen die Knoten 4 und 5 wiederum hinzu. Bei Radius 0 würde nur der Positionsknoten angezeigt werden.

 

Auch die Darstellung von Ausschnitten und Sektoren schränkt die Menge der Knoten ein, allerdings sind in einer solchen Darstellungsform weder die inhaltlichen noch irgendwelche hierarchischen Beziehungen tatsächlich berücksichtigt. Da lediglich die Nähe im Graphen für die Auswahl entscheidend ist, können wichtige Informationseinheiten vorenthalten bleiben. Dieses Problem versucht der Fischaugenfilter zu lösen.

Fischaugenfilter

Beim Fischaugenfilter wird vorausgesetzt, daß die Objekte der Darstellung selbst unterschiedliche Prioritäten besitzen. Die Darstellung des Hypertext/Hypermedia-Graphen wird nun unter Heranziehen eines Schwellwertes reduziert. Der Schwellwert entfernt die Knoten, deren Gewichtung aus Priorität und Entfernung zum Positionsknoten nicht ausreichend ist. Dies führt zu dem Effekt, daß auch weniger wichtige Knoten in geringer Entfernung angezeigt werden und weiter vom Positionsknoten entfernte Knoten nur dann angezeigt werden, wenn sie eine ausreichende Priorität besitzen.

 

In Abbildung 3.7 wird die filternde Wirkung des Fischaugenfilters gezeigt. Der graue Knoten stellt den Positionsknoten dar. Knoten mit breiteren Ringen stellen Knoten höherer Priorität dar. In der Abbildung filtert der Fischaugenfilter lediglich den Knoten 5 heraus, da er weder Nachbar ist, noch eine ausreichende Priorität besitzt.


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Wed Dec 11 15:53:30 MET 1996