Inhalt Voraussetzungen für ein Internet-Studium Vor- und Nachteile des Internet-Studiums

3. Ablauf des Internet-Studiums


In diesem Abschnitt wird darauf eingegangen, wie ein Internet-Studium nun konkret abläuft. Dazu muß erst geklärt werden, welche Techniken dazu eingesetzt werden. Im folgenden wird kurz auf die wichtigsten Techniken eingegangen.

3.1 Verwendete Techniken

Mit diesen Hilfswerkzeugen wird ein Internet-Studium ermöglicht. Damit dieses Studium effizient abläuft, muß auch der Lerninhalt an die Online-Situation angepaßt werden.

3.2 Didaktik

Die Abbildung traditioneller Lehrformen wie Vorlesung, Seminar, Übung auf "Tele"-Niveau (oft mit hohen Kosten) ist für ein Internet-Studium nicht optimal. Die virtuelle Universität bietet neue Lehrformen und räumlich sowie zeitlich flexibles, individualisiertes und bedarfsorientiertes Lernen durch konsequente Nutzung neuer Medien (Multimedia- und Kommunikationstechnologie). Voraussetzung dafür ist die Aufarbeitung der Lehrmaterialien in Hinblick auf den Online-Einsatz und die konsequente Nutzung der Möglichkeiten der neuen Technologien unter didaktischen Gesichtspunkten. Z.B sollten Vorlesungsskripte nicht einfach nach HTML konvertiert werden, sondern die multimedialen Möglichkeiten des Internet mit einbezogen werden. Denkbar wären z.B. in Java implementierte interaktive Programme, die den behandelten Sachverhalt visualisieren und "begreifbar" machen. Dieser Vorteil gegenüber herkömmlichen gedruckten Vorlagen sollte nicht unberücksichtigt bleiben. Weitere Vorteile sind die mögliche Hypertext-Struktur, durch die das Lehrmaterial besser strukturiert werden kann und die Möglichkeit, kontinuierliche Medien (Audio, Animationen, usw.) in das Lehrmaterial zu integrieren, wodurch das Verständnis unterstützt wird. Zur Aufarbeitung der Lehrmaterialien im Hinblick auf den Online-Einsatz gehört aber nicht nur interaktives Lehrmaterial, das über das Internet verschickt wird (auf diesen Aspekt beschränken sich viele Ansätze zur "Online-Universität"), sondern vielmehr sind für einen erfolgversprechenden Ansatz umfassende Kommunikationsmöglichkeiten unabdingbar. Insbesondere zwischen den Studierenden untereinander werden diese Kommunikationsmöglichkeiten benötigt, da dadurch gemeinsames Lernen ermöglicht und die soziale Vernetzung verstärkt wird. Dadurch entstehen verbesserte Möglichkeiten zur Gruppen-, Seminararbeit und neue Formen des Übungs- und Praktikumsbetriebs über das Internet. Z.B. ist es sinnvoller, Online-Übungsstunden mit einem Digital Lecture Board abzuhalten, als den Vorgang eine Übungsstunde asynchron auf E-Mail oder Newsgruppen oder synchron auf das IRC abzubilden, da dort viele informelle Informationen der Kommunikation verloren gehen.
Die drei neuen Lehrformen "Remote Lecture Room", "Remote Interactive Seminars" und "Interactive Home Learnin" haben sich in den bisherigen Angeboten der Online-Universitäten gezeigt: Um diese neuen Lehrformen effizient auszunutzen, muß der zu vermittelnde Inhalt an die neuen Lehrformen angepaßt werden. Damit didaktisch sinnvolle Wissensvermittlung möglichen ist, muß bekannt sein, wie ein Lernprozeß abläuft. Der ideale Lernprozeß ist in drei Phasen aufgeteilt, die sich durch die Art und das Ausmaß der Aktivitäten des Lernenden unterscheiden:
„Learning Cycle" Modell von Mayes et al. (Mayes, T., Coventry, L., Thomson, A. & Mason, R., 1994) Der Learning Cycle illustriert auf der Basis von drei Phasen eines idealen Lernprozesses die Anforderungen an die didaktische Gestaltung von Lehr-Lernumgebungen. Unterschiedliche Technologien lassen sich anhand dieses Modells dahingehend analysieren, inwieweit welche Phase des Lernprozesses auf welche Weise unterstützt werden kann bzw. wo spezifische Defizite dieser Technologien zu erwarten sind, wenn ein vollständiger, tiefer Lernprozeß angestrebt wird. Bei den drei Phasen des Lernprozesses wurde jeweils ein Beispiel gegeben, wo durch das Internet-Studium Vorteile bei der Wissensvermittlung entstehen könnten. Das durch ein Online-Studium aber auch Nachteile gegenüber einem Präsenzstudium entstehen, darf nicht verschwiegen werden. In Kapitel 4 dieser Ausarbeitung wird näher darauf eingegangen.

3.3 Lehrangebot der Universitäten

Bisher befinden sich die Internet-Universitäten noch in einer Aufbauphase. Es zeigen sich aber schon drei unterschiedliche Ansätze zur Ausnutzung des Internet für Studienzwecke. Während das Projekt der Universitäten Mannheim und Heidelberg die Internet-Technologie hauptsächlich zur Ergänzung des Präsenzstudiums benutzen, wollen die Universitäten Chemnitz und Hagen das Studium vollständig auf das Internet abbilden. Chemnitz möchte ein berufsbegleitendes Aufbaustudium anbieten, während Hagen eine vollständige virtuelle Universität anstrebt. Folgende Inhalte und Vorgehensweisen wurden von den Unis erprobt:

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